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Hieronymus († 420) - Briefe
IV.b. Briefe wissenschaftlichen Inhaltes: Exegetische Briefe
129. An Dardanus: Das Land der Verheißung

5.

Ihr werdet mir vielleicht entgegnen, das Land der Verheißung sei das Gebiet, das im Buche Numeri umrissen wird. 1 Es ist dies das Gebiet, das begrenzt wird im Süden vom Salzmeer über Sina 2 und Kades-Barne 3 bis zum Flusse Ägyptens, der bei Rhinocorura in das große Meer mündet, 4 im Westen vom Meere selbst, das sich an der Küste Palästinas, Phöniziens, Kölesyriens und Kilikiens hinzieht, im Norden vom Taurusgebirge und von Zephyrium bis Emath, 5 das auch Epiphania Syriae genannt wird, im Osten von Antiochia, dem See Kenereth, heute See von Tiberias genannt, und vom Jordan, der in das Salzmeer, das jetzige Tote Meer, mündet. Dazu kommt jenseits des Jordan der Besitz zweier Stämme und eines halben Stammes, nämlich Ruben, Gad und des halben Stammes Manasse. Ich habe darauf zu erwidern, daß euch wohl dieses Gebiet versprochen, aber niemals übergeben wurde. Ja, hättet ihr Gottes Gebote beobachtet, hätte euer Wandel seinen Weisungen entsprochen, hättet ihr statt des allmächtigen Gottes nicht den Beelphegor und die Baalim, den [S. 342] Beelzebub und Chamos angebetet! 6 Aber weil ihr diese Götzen Gott vorgezogen habt, ist euch alles verlorengegangen, was euch versprochen war. Auch mir verspricht das Evangelium das Himmelreich, dessen im Alten Testament keine Erwähnung geschieht. Aber wenn ich die Gebote nicht halte, dann liegt die Schuld nicht bei dem, der verspricht, sondern bei mir, der ich nicht würdig bin, daß das Versprechen in Erfüllung geht. Wo die Entscheidung bei uns liegt, ist es zwecklos, auf ein Versprechen zu hoffen, wenn unsere Mitwirkung versagt. Leset doch die Bücher Josue und der Richter, und ihr werdet sehen, wie eingeengt euer Besitz war! Warum soll ich alle die Fremdvölker in den verschiedenen Städten anführen, die das jüdische Volk nicht aus ihren Städten und Sitzen zu vertreiben vermochte, da eure Hauptstadt — das alte Jebus, das später Salem und noch später Jerusalem hieß und heute Aelia genannt wird 7 — sich nicht einmal der Jebusiter entledigen konnte? Vielmehr wohnten sie mit euch zusammen, wegen ihrer Laster ein Ärgernis und übles Beispiel. Es ging so weit, daß euer Tempel dort erbaut wurde, wo die Tenne des Jebusiters Oman lag, 8 ja daß Heiden ihn aufrichteten. Denn abgesehen von den Werkführern waren 80 000 Steinmetzen und 70 000 Tagelöhner, 9 also im ganzen 150 000 Mann, tätig. So gewaltig war die Zahl der Unbeschnittenen, die mit euch zusammen wohnten.

1: Num. 34.
2: Sinnâh (hebr., Vulg. Senna) ist eine örtlichkeit in der Wüste Sin.
3: Ortschaft an der äußersten Südgrenze Palästinas, deren genaue Lage sehr umstritten ist.
4: Vgl. S. 333 Anm. 2.
5: Num. 34, 9 wird Zephrona als Nordgrenze angegeben. Hieronymus geht offenbar zu weit nach Norden, wenn er an die kilikische Stadt Zephyrium und auch an den Taurus denkt (vgl. auch comm. in Ezech, ad 47, 15 ff. — M PL XXV 498). Es muß sich um eine Örtlichkeit südlich von Hama, dem biblischen Emath, handeln. Diese letzte Stadt erhielt unter den Seleukiden zu Ehren Antiochus’ IV., Epiphanes, den Namen Epiphania (vgl. Flav. Jos., Ant. Jud. I 6, 2).
6: Beelphegor war eine moabitische Gottheit mit unsittlichem Kult. Die Baalim waren die Symbole kanaanitischer Götzen. Die Philister nannten den Baal Beelzebub, während Chamos von den Moabitern verehrt wurde.
7: Vgl. S. 344 Anm. 2.
8: 2 Chron. 3, 1.
9: 3 Kön. 5, 15 f.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger