Titel newsletter aktuell suche Titel werke start

Diese Datenbank wird nicht mehr weiter ergänzt. Bitte verwende Sie die neue Seite hier: https://bkv.unifr.ch

Hieronymus († 420) - Briefe
IV.b. Briefe wissenschaftlichen Inhaltes: Exegetische Briefe
21. An Damasus

39.

Was ich bisher ausführte, gilt sowohl von den Heiden als auch von den Juden. Sehen wir jetzt zu, wie man unsere Parabel auf die Heiligen im allgemeinen und auf die Sünder deuten kann. Es besteht kein Zweifel [S. 327] über die Einzelheiten, welche auf die Heiligen passen. Die einzige Schwierigkeit für den Leser liegt in der Frage: „Warum ist der Gerechte eifersüchtig auf die Rettung des Sünders? Warum läßt er sich so sehr vom Jähzorn beherrschen, daß weder das Mitleid mit dem Bruder, noch die Bitten des Vaters, noch die frohe Stimmung des ganzen Hauses seiner Herr werden können?“ Darauf will ich kurz antworten, daß alle Gerechtigkeit dieser Welt, gemessen an der göttlichen Gerechtigkeit, keine Gerechtigkeit ist. 1 Sodoma wird, verglichen mit den Sünden Jerusalems, gerechtfertigt, 2 nicht weil es an sich gerecht ist, sondern weil die kleineren Sünden im Vergleich zu den größeren zur Gerechtigkeit werden. In diesem Sinne ist auch die gesamte menschliche Gerechtigkeit keine Gerechtigkeit neben der göttlichen. 3 Der Apostel Paulus, der geschrieben hat: „Alle, die wir vollkommen sind, wollen in dieser Gesinnung verbleiben“, 4 bekennt an einer anderen Stelle und ruft es laut hinaus: „O Tiefe des Reichtums, der Weisheit und der Erkenntnis Gottes, wie unerforschlich sind seine Gerichte und wie unergründlich seine Wege!“ 5 Und an einer dritten Stelle schreibt er: „Stückwerk ist unser Erkennen, Stückwerk unser Weissagen. Jetzt schauen wir durch einen Spiegel im Rätsel.“ 6 Im Römerbriefe endlich heißt es: „Ich unglücklicher Mensch, wer wird mich von diesem Todesleibe befreien?“ 7 Alle diese Stellen belehren uns darüber, daß allein Gottes Gerechtigkeit vollkommen ist, der seine Sonne aufgehen läßt über Gerechte und Ungerechte, der seinen Abend- und seinen Morgenregen in gleicher Weise denen spendet, die es verdienen, und denen, die es nicht verdienen, 8 der aus den Dörfern, Winkeln und Straßen zur Hochzeit einlädt, 9 der das Schaf, welches nach dem Beispiel des reuigen Sohnes von sich aus nicht heimkehren konnte [S. 328] oder auch wohl nicht wollte, aufsuchte, bis er es fand, um es dann auf seinen Schultern heimzutragen. 10 Denn gar sehr hatten es seine Irrfahrten erschöpft.

1: Job 4, 17.
2: Luk. 10, 12.
3: Job 4, 17.
4: Phil. 3, 15.
5: Röm. 11, 33.
6: 1 Kor. 13, 9. 12.
7: Röm. 7, 24.
8: Matth. 5, 45.
9: Ebd. 22, 9 f.
10: Luk. 15, 4 f.

 

 

Informationen
Quellenangabe
Inhaltsverzeichnis
Einleitung zu den Briefen des Hieronymus
Verzeichnisse

Navigation
I. Briefe familiären ...
II.a. Aszetische Briefe: ...
II.b. Aszetische Briefe: ...
II.c. Aszetische Briefe. ...
II.d. Aszetische Briefe: ...
III.a. Polemisch-apolo...
III.b. Polemisch-apolo...
III.c. Polemisch-apolo...
IV.a. Briefe wissensch...
IV.b. Briefe wissensch...
. 21. An Damasus
. . Mehr
. . 25.
. . 26.
. . 27.
. . 28.
. . 29.
. . 30.
. . 31.
. . 32.
. . 33.
. . 34.
. . 35.
. . 36.
. . 37.
. . 38.
. . 39.
. . 40.
. . 41.
. . 42.
. 129. An Dardanus: ...
V. Briefe kirchenrecht...
VI. Briefe an Theophilus ...
VII. Briefe an Augustinus ...

Titel Top Back Next
 
Kontakt: Griechische Patristik und orientalische Sprachen - Miséricorde - Av. Europe 20 - CH-1700 Fribourg
Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger