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Hieronymus († 420) - Briefe
IV.b. Briefe wissenschaftlichen Inhaltes: Exegetische Briefe
21. An Damasus

35.

„Und nie hast du mir ein Böcklein geschenkt, damit ich es mit meinen Freunden verzehre.“ 1 „Mag noch soviel Blut“, spricht Israel, „geflossen, mögen Tausende von Menschen hingeschlachtet worden sein, keiner von ihnen hat uns als Erlöser durch seinen Tod gerettet. Selbst Josias, der vor Deinen Augen Gnade fand, und später die Makkabäer, die Dein Erbteil im Kampfe verteidigten, fielen trotz ihrer Heiligkeit dem feindlichen Schwerte zum Opfer, 2 ohne daß ihr Blut die Freiheit uns wiedergegeben hätte; denn bis jetzt unterstehen wir der römischen Herrschaft. Kein Prophet, kein Priester, kein Gerechter ist für uns geopfert worden. Aber für den verschwenderischen Sohn, für die Sünder floß das kostbarste Blut, das es auf der ganzen Welt gab. Denen, die es zu verdienen schienen, hast Du das Kleinere nicht gewährt; aber denen, die es nicht verdient haben, hast Du Dich weitgehend gnädig erwiesen. Niemals hast du mir ein Böcklein geschenkt, damit ich es mit meinen Freunden verzehre.“ 3 Du irrst, Israel. Sage doch lieber: „Um es mit dir zu verzehren!“ Kann es dir irgendwie Vergnügen bereiten, ein Fest zu feiern, ohne daß dein Vater daran teilnimmt? Dann zeige es wenigstens durch dein heutiges Verhalten! Bei der Rückkehr des jüngeren Sohnes freuen sich Vater und Knechte. Er spricht: „Lasset uns essen und schmausen“ 4 und nicht „Esset und schmauset!“ Du aber willst aus der gleichen Gesinnung heraus, [S. 325] mit der du den Bruder beneidest, mit der du dich den Blicken des Vaters entziehst und ständig auf dem Felde verweilst, auch jetzt wieder ohne deinen Vater ein Gastmahl abhalten. „Niemals hast Du mir ein Böcklein gegeben.“ 5 Niemals gibt ein Vater solch kleine Geschenke. Man hat ein Kalb geschlachtet. Tritt ein und iß mit deinem Bruder! Warum suchst du einen Bock, nachdem dir ein Lamm geschickt wurde? Damit du nicht etwa so tust, als sei dir die Sendung des Lammes unbekannt, zeigt es dir Johannes in der Wüste mit den Worten: „Sehet das Lamm Gottes, welches hinwegnimmt die Sünden der Welt!“ 6 Dein Vater in seiner Güte gewährt dir Verzeihung und lädt dich zum Mastkalbe ein; denn er schlachtet keinen Bock, von dem er weiß, daß er einst zur Linken stehen wird. 7 Du selbst wirst dir am Ende der Zeiten einen Bock schlachten, den Antichrist. 8 Mit deinen Freunden, den unreinen Geistern, wirst du dich an seinem Fleische sättigen und an dir die Weissagung wahrmachen: „Des Drachen Kopf hast du zerschellt; zum Fraße gabst du ihn Äthiopiens Völkern.“ 9

1: Ebd. 15, 29.
2: 2 Kön. 22, 2; 23, 29; 1 Makk. 9, 18.
3: Luk. 15, 29.
4: Ebd. 15, 23.
5: Luk. 15, 29.
6: Joh. 1, 29.
7: Matth. 25, 33.
8: 1 Joh. 2, 18.
9: Ps. 73, 14.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger