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Leo der Grosse († 461) - Sämtliche Sermonen (Sermones)
Sermo XXXIX-L: Zwölf Predigten auf Quadragesima.
Sermo XXXIX. 1. Predigt auf die vierzigtägige Fastenzeit.

3.

Da wir also, Geliebteste, in die vierzigtägige Fastenzeit eintreten, das heißt in jene Zeit, in der wir Gott eifriger dienen müssen, so wollen wir uns zum Streite gegen die Versuchungen rüsten; denn jetzt gilt es, in guten Werken sozusagen eine Art von Wettkampf zu bestehen! Laßt uns daran denken, daß uns die Gegner um so heftiger zusetzen, je eifriger wir auf unser Heil bedacht sind! Allein größere Macht besitzt jener, der in uns ist, als jener, der gegen uns ist. Und gerade durch den sind wir stark, auf dessen Kraft wir vertrauen. Gestattete doch deshalb der Herr dem Verführer, ihn zu versuchen, damit wir uns an dem ein Beispiel nehmen, der uns durch seine Hilfe unterstützt. Wie ihr gehört habt, besiegte er den Widersacher nicht durch seine gewaltige Macht, sondern durch Zeugnisse aus dem Gesetze1 . Auf diese Weise wollte er für den Menschen das Verdienst und für den Erbfeind die Strafe erhöhen, wenn der Gegner des Menschengeschlechtes sozusagen nicht mehr von einem Gott, sondern gewissermaßen von einem Menschen bezwungen würde. Wie der Herr damals den Kampf auf sich genommen hat, so müssen auch wir ihn für alle Zeit auf uns nehmen. Wie er gesiegt hat, so sollen auch w i r in ähnlicher Weise siegen; denn es gibt, Geliebteste, keine guten Werke ohne den Prüfstein der Versuchung, keinen Glauben ohne die Erprobung seiner Festigkeit, keinen Kampf ohne Feind und keinen Sieg ohne Streit. Solange wir hier auf Erden wandeln, sind wir rings von Verrat, rings von Gefahren umgeben2 . Wollen wir uns nicht täuschen lassen, so müssen wir auf der Hut sein. Und wollen wir die Oberhand gewinnen, so müssen wir streiten. Darum sagt auch der hochweise Salomon: "Mein Sohn, willst du dich dem Dienste Gottes hingeben, so mache dich auf Anfechtungen gefaßt!"3 ;4 . Der von Gottes Weisheit erfüllt Mann wußte eben, daß jeder, der nach einem gottgefälligen Leben strebt, einen mühevollen Streit zu bestehen habe. Da er also diese Gefahr vorhersah, so richtete er im voraus seine Mahnworte an jenen, der den Kampf auf sich nehmen soll. Er wollte dadurch verhüten, daß der Versucher, wenn er sich einem Unerfahrenen naht, diesem in seiner Ohnmacht allzu schnell Wunden schlägt.

1: vgl. Mt 4,111
2: vgl. Joh 7,1
3: Ekkli 2,1: vgl.2 Tim 3,12
4: nicht von Salomon, sondern Jesus Sirach, Sprüche

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
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