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Leo der Grosse († 461) - Sämtliche Sermonen (Sermones)
Sermo XXXIX-L: Zwölf Predigten auf Quadragesima.
Sermo XXXIX. 1. Predigt auf die vierzigtägige Fastenzeit.

2.

Laßt uns also, Geliebteste, um all unsere Feinde bezwingen zu können, Gottes Beistand suchen, indem wir seine Gebote halten! Wissen wir ja, daß wir nur dann die Oberhand über unsere Feinde zu gewinnen vermögen, wenn wir sie zuerst über uns gewonnen haben. So müssen wir denn in uns selbst viele Kämpfe durchfechten; denn die Wünsche des Fleisches stehen mit denen des Geistes in Widerspruch und die des Geistes mit denen des Fleisches1 . Siegen in diesem Streite die Begierden des Leibes, dann verliert die Seele in schmachvoller Weise die ihr eigene Würde. Und wenn die dienen muß, der die Herrschaft zukäme, so bringt dies den aller größten Schaden. Wenn dagegen der seinem göttlichen Leiter untertänige Geist, der nur an den Gaben des Himmels seine Freude findet, die Lockungen sinnlicher Lust niedertritt und in dem von ihm bewohnten sterblichen Leibe die Herrschaft der Sünde nicht aufkommen läßt, dann nimmt die Vernunft in wohlgeordneter Weise die ihr gebührende Vorrangstellung ein. Und kein Blendwerk böser Geister wird diesen Schutzwall untergraben können. Besitzt doch der Mensch erst dann den wahren Frieden und die wahre Freiheit, wenn das Fleisch auf die Stimme des Geistes hört und der Geist der Führung Gottes folgt. In solch heilsamer Weise kann man sich jederzeit vorsehen, auf daß unsere ständig auf der Lauer liegenden Feinde durch unseren unermüdlichen Eifer erliegen. Jetzt jedoch müssen wir noch sorgsamer jenes Ziel erstreben und noch bereitwilliger an seine Verwirklichung gehen, da uns in diesen Tagen gerade die verschlagensten Gegner mit erbitterter Schlauheit nachstellen. Wissen sie ja, daß die hochheilige vierzigtägige Fastenzeit angebrochen ist, durch deren Beobachtung alle frühere Lauheit gebüßt und jede Unterlassung gesühnt wird. Darum verwenden sie auch die ganze Kraft ihrer Bosheit natürlich darauf , daß jene, die das Osterfest des Herrn feiern wollen, in irgendeinem Punkte unrein befunden werden. So soll für diese das Mittel, wodurch sie Verzeihung erlangen könnten, Anlaß zu einer neuen Beleidigung Gottes werden.

1: vgl.Gal 5,17

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
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