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Hieronymus († 420) - Briefe
IV.a. Briefe wissenschaftlichen Inhaltes: Didaktische Briefe
57. An Pammachius: Über die beste Art zu übersetzen

10.

Lukas, ein Apostelschüler und Evangelist, schildert den Streit, den Stephanus, der erste Märtyrer, mit den Juden auszufechten hatte. Er läßt ihn sagen: „Mit 75 Seelen zog Jakob hinab nach Ägypten. Dort starben er und unsere Väter, und sie wurden nach Sichem überführt, wo man sie bestattete in dem Grabe, [S. 282] welches Abraham um Geld von den Söhnen Hemors, des Sohnes Sichems gekauft hatte.“ 1 Der entsprechende Bericht in der Genesis lautet ganz anders. Danach hat Abraham von dem Hethiter Ephron, dem Sohne Seors, in der Nähe von Hebron um 400 Doppeldrachmen Silbers die Doppelhöhle und das drum herum liegende Ackerland angekauft. Dort hat er Sara, seine Gattin, begraben. 2 In dem gleichen Buche lesen wir später, wie Jakob mit seinen Frauen und Söhnen aus Mesopotamien heimkehrte. Er schlug sein Zelt auf vor Salem, der Stadt der Sichemiten, die im Lande Kanaan liegt, und wohnte daselbst. Er kaufte einen Teil des Ackers, auf dem er seine Zelte aufgeschlagen hatte, von Hemor, dem Vater Sichems, für hundert Lämmer. Dort errichtete er einen Altar und rief den Gott Israels an. 3 Abraham kaufte also den Acker nicht von Hemor, dem Vater Sichems, sondern von Ephron, dem Sohne Seors. Auch wurde er nicht in Sichem, sondern in Hebron begraben, dessen Name mitunter verderbt Arboc lautet. Die zwölf Patriarchen aber sind nicht in Arboc, sondern in Sichern bestattet. 4 Den Acker dortselbst hat nicht Abraham, sondern Jakob erstanden. Auch die Lösung dieser Schwierigkeit verschiebe ich auf eine andere Gelegenheit. Mögen meine Verleumder sich selbst um eine solche bemühen! Inzwischen mögen sie begreifen lernen, daß es in den heiligen Schriften nicht auf die Worte, sondern auf den Sinn ankommt!

Der 21. Psalm beginnt im Hebräischen mit denselben Worten, die Christus am Kreuze gesprochen hat: „Heli, heli lama zabtani“, das heißt: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ 5 Sie mögen mir begründen, warum wir in der Septuaginta den Zusatz: „Schaue auf mich“ lesen. Ihre Übersetzung lautet nämlich: „Mein Gott, mein Gott, schaue auf mich, warum hast du mich verlassen?“ 6 Sie werden mir erwidern, [S. 283] der Sinn werde nicht beeinträchtigt, wenn zwei Worte beigefügt sind. Dann will ich ihnen antworten: „Auch die Kirche wird in ihrem Bestande keinen Schaden erleiden, wenn ich in der Eile des Diktates einige Worte ausgelassen habe.“ 7

1: Apg. 7, 14 ff.
2: Gen. 23.
3: Ebd. 33, 18 ff.
4: Jos. 24, 32.
5: Ps. 21, 2 (Hebr.); Matth. 27, 46.
6: Ps. 21, 2 (LXX).
7: Vgl. zu den angeführten Beispielen Schade a. a. O. 63 ff.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger