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Hieronymus († 420) - Briefe
III.c. Polemisch-apologetische Briefe: Apologetisch-dogmatischer Inhalt
133. An Ktesiphon

10.

Es ist umsonst, wenn du Unwissenden einredest, ich leugne die Freiheit des Willens. Ich verurteile jeden, der sie bestreitet. Übrigens unterscheiden wir uns gerade dadurch von den unvernünftigen Tieren, daß wir mit einem freien Willen ausgestattet sind. Aber wie schon gesagt, dieses freie Willensvermögen wird durch Gottes Hilfe gestützt, und es bedarf dieser Hilfe bei den einzelnen Werken. Ihr gebt das freilich nicht zu, sondern ihr wollt, daß derjenige, welcher das freie Willensvermögen einmal besitzt, die göttliche Hilfe weiterhin nicht mehr braucht. Das freie Willensvermögen führt zur freien Willensentscheidung; aber es schafft mit der Fähigkeit, sich frei zu entscheiden, noch keinen Gott, der seinerseits keine Hilfe nötig hat. Du rühmst an den Menschen ihre vollkommene, sie Gott gleichsetzende Gerechtigkeit, bekennst dich aber als Sünder. Antworte mir nun: „Willst du frei sein von Sünden oder nicht?“ Wenn ja, warum führst du nicht in Übereinstimmung mit deiner Theorie aus, was du wünschest? Wenn nein, dann beweist du damit, daß du ein Verächter der Gebote Gottes bist. Bist du ein solcher Verächter, dann bist du auch ein Sünder. Bist du aber ein Sünder, dann spricht die Schrift auch zu dir: „Zu dem Sünder spricht Gott: Warum verkündest du meine Rechte, und warum nimmst du meinen Bund in deinen Mund? Du hassest doch die Zucht und wirfst meine Worte hinter dich.“ 1 Da du Gottes Worte nicht ausführen willst, so wirfst du sie hinter deinen Rücken. Aber wie ein neuer Apostel ordnest du für die ganze Welt an, was sie zu tun und zu lassen hat. Doch so ist es ja nicht gemeint, wie du es sagst. Innerlich denkst du anders. Wenn du dich einen Sünder nennst und behauptest, daß der Mensch ohne Sünde sein kann, falls er nur will, so willst du das so [S. 222] verstanden wissen, daß auch du heilig und frei von jeder Sünde bist. Aber aus Demut legst du dir die Bezeichnung Sünder zu, um das Lob der anderen mehr herauszustellen, während du bescheiden zurücktrittst.

1: Ps. 49, 16 f.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger