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Hieronymus († 420) - Briefe
III.c. Polemisch-apologetische Briefe: Apologetisch-dogmatischer Inhalt
49 (48). Verteidigungsschrift an Pammachius

7.

An einer anderen Stelle habe ich auseinandergesetzt, warum Paulus sagt: „Über die Jungfrauen habe ich kein Gebot vom Herrn. Einen Rat aber gebe ich wie einer, der vom Herrn begnadet worden ist, um sein treuer Diener zu sein.“ 1 Bei dieser Gelegenheit habe ich [S. 160] die Jungfräulichkeit rühmend hervorgehoben, ohne aber der Ehe Abbruch zu tun. Ich schrieb: „Wenn der Herr die Jungfräulichkeit zur Pflicht gemacht hätte, dann läge darin eine Verurteilung der Ehe und eine Unterbindung der Fortpflanzung des Menschengeschlechtes, ohne die es auch keine Jungfräulichkeit mehr geben kann. Hätte er die Wurzel abgeschnitten, wie könnte er dann nach Früchten Ausschau halten? Wie könnte er ohne Fundament ein Gebäude errichten und die das Ganze krönende Kuppel darüber setzen?“ 2 Wo ich nun die Ehe als Wurzel und die Jungfräulichkeit als Frucht, die Heirat als Fundament und die ständige Jungfräulichkeit als das Gebäude und die Kuppel bezeichne, welcher Neider und blindwütige Verleumder möchte dann an einem und demselben Hause nur den Aufbau und die Kuppel bemerken, das Fundament hingegen, das den Aufbau und die Kuppel trägt, übersehen? — Ferner ging ich auf die Stelle aus dem Apostel ein, wo er schreibt: „Bist du an eine Gattin gebunden, so erstrebe nicht die Trennung. Bist du aber an keine Frau gebunden, dann suche dir auch keine.“ 3 Hierzu bemerkte ich: „Einem jeden unter uns sind Schranken gesetzt. Gib mir das Meinige und behalte du das Deinige. Bist du mit einer Frau verbunden, so gib ihr keine Absage! Bin ich aber frei und ohne Gattin, dann will ich mich nicht nach einer Frau umsehen. Wie ich keine Ehe löse, die einmal geschlossen ist, so sollst du nicht binden, was frei ist.“ 4 Wie ich über Jungfräulichkeit und Ehe denke, habe ich ganz eindeutig an einer anderen Stelle dargelegt, 5 wo ich schreibe: „Der Apostel wirft uns keinen Strick um und zwingt uns nicht zu sein, was wir nicht sein wollen. Er rät uns nur an, was ehrenhaft und schicklich ist. Er mahnt uns, mit dem Aufgebot aller Kraft Gott zu dienen, stets besorgt und bereit zu sein, seinen Willen zu erfüllen, gleichwie ein strammer Soldat im Dienst jeden Befehl sofort ausführt, und [S. 161] zwar ohne unnötige Sorgen, wie sie nach dem Prediger den Kindern dieser Welt auferlegt sind, damit sie sich in ihr abmühen.“ 6 Meine Ausführungen, in denen ich Jungfräulichkeit und Ehe miteinander verglich, habe ich mit folgenden Worten abgeschlossen: „Wo es ein Gutes und ein Besseres gibt, kann auch der Lohn für das Gute und das Bessere nicht der gleiche sein. Ist aber der Lohn nicht gleich, dann sind auch die Gaben verschieden. So groß ist daher der Unterschied zwischen Ehe und Jungfräulichkeit wie zwischen ,nicht sündigen’ und ,Gutes tun’, oder einfacher wie zwischen ,gut’ und ,besser’.“ 7

1: 1 Kor. 7, 25.
2: Adv. Jov. I 12.
3: 1 Kor. 7, 27.
4: Adv. Jov. I 12.
5: Ebd. I 13.
6: Eccle. 3, 10.
7: Adv. Jov. I 13.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger