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Hieronymus († 420) - Briefe
III.c. Polemisch-apologetische Briefe: Apologetisch-dogmatischer Inhalt
49 (48). Verteidigungsschrift an Pammachius

21.

Christus ist jungfräulich; die Mutter unseres jungfräulichen Heilandes ist die immerwährende Jungfrau, Jungfrau und Mutter zugleich. Jesus trat ein bei verschlossenen Türen, 1 und in seinem Grabe, das neu und aus dem harten Gestein herausgehauen war, hat weder vorher noch nachher ein anderer gelegen. 2 Maria ist der verschlossene Garten und der versiegelte Quell, 3 aus dem nach Joel jener Fluß entspringt, welcher den Strom der Stricke oder Dornen bewässert, 4 der Stricke, mit denen vorher die Sünder gefesselt waren, der Dornen, welche die Aussaat des Hausvaters erstickten. 5 Maria ist die östliche Pforte, welche nach Ezechiel immer verschlossen und leuchtend ist, das Allerheiligste in sich verbirgt und ohne menschliches Zutun hervorbringt. Sie ist die Pforte, durch welche die Sonne der Gerechtigkeit und der ewige Hohepriester nach der Ordnung Melchisedechs ein- und ausgeht. 6 Mögen mir doch meine Kritiker erklären, wie Jesus bei verschlossenen Türen eintreten konnte, da er seine Hände betasten und seine Seite betrachten ließ, seine Knochen und sein Fleisch zeigte, damit die Apostel sähen, daß es sich nicht um ein Gespenst, sondern um seinen wirklichen [S. 187] Leib handle. 7 Ich will ihnen dann erklären, wie Maria zu gleicher Zeit Jungfrau und Mutter sein konnte, Jungfrau nach der Geburt, Mutter vor der Vermählung.

Wie ich also bereits betonte, war Christus jungfräulich, war auch Maria jungfräulich. Damit haben sie der Jungfräulichkeit beider Geschlechter die erste Weihe gegeben. Die Apostel waren jungfräulich, zum mindesten lebten sie, soweit sie verheiratet waren, enthaltsam. Zu Bischöfen, Priestern und Diakonen wählt man Leute, die jungfräulich oder verwitwet sind, oder solche Männer, die nach Empfang der Priesterweihe ständige Enthaltsamkeit üben. Warum seiner selbst spotten, warum sich selbst schädigen, wo doch denen, die immer nach geschlechtlichem Verkehr lüstern sind, der Lohn der Keuschheit versagt ist? Wie will man einen großartigen Tisch führen, sich nur nach der Umarmung der Gattin sehnen und dann unter den Jungfrauen und Witwen mit Christus herrschen? Soll es etwa für Hunger und Gefräßigkeit, für Schmutz und Reinheit, für Sack und Seide nur einen Lohn geben? Lazarus hat in diesem Leben viel Elend erduldet. Hingegen kleidete sich jener Reiche in Purpur, glänzte von Fett und gönnte sich zu Lebzeiten alle Genüsse des Fleisches. Aber beider Wohnstätte nach dem Tode war verschieden. Für den einen folgte auf Entbehrung ein neues Leben der Freude, der andere tauschte Elend gegen das bisherige Leben des Genusses ein. 8 Bei uns liegt die Entscheidung, ob wir es mit Lazarus halten wollen oder mit dem reichen Prasser.

1: Joh. 20, 26.
2: Matth. 27, 60; Luk. 23, 53.
3: Hohel. 4, 12.
4: Joel 3, 18 (nach LXX und nach dem Hebr.).
5: Matth. 13, 7.
6: Ezech. 44, 1 ff.; Ps. 109, 4.
7: Joh. 20, 26 f.
8: Luk. 16, 19 ff.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger