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Hieronymus († 420) - Briefe
III.c. Polemisch-apologetische Briefe: Apologetisch-dogmatischer Inhalt
49 (48). Verteidigungsschrift an Pammachius

20.

Ein furchtbares Verbrechen ist geschehen! Alle Kirchen sind in Verwirrung geraten! Der Erdkreis kann es nicht fassen! Ich habe nämlich behauptet, die Jungfräulichkeit ist heiliger als der Ehestand, die ungerade Zahl steht höher als die gerade, ich habe die Erfüllung der Vorbilder aus dem Alten Testamente in der Wahrheit des Evangeliums nachgewiesen. Was man sonst noch an meinem Buche zu tadeln hatte, halte ich für weniger schwerwiegend, oder es bewegt sich auf der gleichen Ebene. Deshalb sah ich davon ab, darauf einzugehen. Ich müßte sonst weit über den Umfang eines Büchleins hinausgehen. Auch könnte ein Mißtrauen gegen Deine Fähigkeit, ein Urteil zu fällen, darin verborgen sein, wo ich doch an Dir einen Anwalt meiner Sache gewonnen hatte, bevor ich Dich darum bat. Darum erkläre ich ein letztes Mal: „Niemals habe ich die Ehe verdammt, noch verdamme ich sie. Ich habe meinen Gegnern geantwortet, ohne mich zu fürchten vor den Fallstricken; welche mir die eigenen Glaubensgenossen legten. Die Jungfräulichkeit aber erhebe ich bis zu den Höhen des Himmels, nicht weil ich sie besitze, sondern weil ich mich darüber wundere, wie ich sie verlieren konnte. Das ist ein edelmütiges und hochzuwertendes Bekenntnis, das an anderen lobt, was einem selbst abgeht. Soll ich, weil ich mit meinem schweren Körper an der Erde festgebunden bin, dem Flug der Vögel meine Bewunderung versagen, nicht die Taube loben, welche, ohne die raschen Flügel zu bewegen, den klaren Äther durchschneidet? 1 Man täusche sich nicht selbst, aber man hüte sich auch vor dem lockenden Schmeichler! [S. 186]

Es gibt zwei Arten von Jungfräulichkeit; die erste rechnet vom Tage der Geburt, die zweite vom Tage der Wiedergeburt. Nicht von mir stammt das Wort, vielmehr ist es ein alter Spruch: „Niemand kann zwei Herren dienen“, 2 dem Fleische und dem Geiste. Das Fleisch begehrt auf gegen den Geist, der Geist aber gegen das Fleisch. Beide bekämpfen sich, so daß wir nicht das tun, was wir wollen. 3 Erscheint Dir in meinem Büchlein etwas zu schroff, dann bleibe nicht bei meinen Worten stehen, sondern denke an die Hl. Schrift, der meine Ausführungen entnommen sind.

1: Vergil, Aen. V 213 ff.
2: Matth. 6, 24.
3: Gal. 5, 17.

 

 

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Einleitung zu den Briefen des Hieronymus
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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger