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Hieronymus († 420) - Briefe
III.c. Polemisch-apologetische Briefe: Apologetisch-dogmatischer Inhalt
49 (48). Verteidigungsschrift an Pammachius

16.

Man zerpflückt auch folgende Stelle aus meiner Schrift, die zu einem Ausspruch des Apostels Stellung nimmt: „Keiner möge aus den anschließenden Worten, ,um dem Gebet obzuliegen, dann aber kehret zurück zu ebendemselben’ 1 den Schluß ziehen, dies sei der Wille des Apostels. Vielmehr fügt Paulus sofort hinzu, um zu zeigen, daß es sich nur um eine Nachsicht handelt, die größerem Unheil vorbeugen soll: Damit euch nicht der Satan wegen eurer Unenthaltsamkeit versuche. 2 Wahrhaftig ein schöner Fall von Nachsicht, die zum [S. 178] Ausdruck kommt in den Worten; ,und kehret zurück zu ebendemselben’, das er sich schämt, mit seinem wahren Namen zu nennen, dem er den Vorzug gibt vor der Versuchung durch Satan, das die Unenthaltsamkeit zur Ursache hat. Soll ich mich etwa bei der Erklärung dieser Worte abmühen wie bei der Deutung einer dunklen Stelle, während der Apostel ganz offen sich selbst auslegt mit den Worten: Das sage ich als Erlaubnis, nicht als Befehl. 3 Und da tuschelt man sich bis zur Stunde zu: Er nennt die Ehe keine Erlaubnis, sondern ein Gebot, als ob dann nicht in gleicher Weise die zweite, die dritte und jede weitere Ehe gestattet wäre? usw.“ 4 Habe ich hier etwas gesagt, was im Gegensatz zu den Worten des Apostels stände? Wahrscheinlich meint man die Worte: „Das er sich schämt, mit seinem wahren Namen zu nennen.“ Ich glaube, wenn der Apostel die Sache selbst nicht nennt und nur sagt „zu ebendemselben“ (ad idipsum), dann will er den ehelichen Verkehr nicht offen nennen, sondern schamhaft verschleiert andeuten. Sind es vielleicht die Sätze: „Dem er den Vorzug gibt vor der Versuchung durch Satan, das die Unenthaltsamkeit zur Ursache hat?“ Ist dies denn, abgesehen von der Umstellung der Worte, nicht dasselbe wie: „Damit euch der Satan wegen eurer Unenthaltsamkeit nicht versuche?“ 5 Oder stößt man sich an dem Satze: „Und da tuschelt man sich bis zur Stunde zu, die Ehe sei nicht etwa eine Erlaubnis, sondern ein Gebot?“ Wem meine Worte zu hart scheinen, der möge sich an den Apostel halten, der schreibt: „Das sage ich als Erlaubnis, nicht als Gebot“, 6 aber nicht an mich, der ich außer der Umstellung nichts geändert habe weder am Sinn noch an den Worten.

1: 1 Kor. 7, 5.
2: Ebd.
3: 1 Kor. 7, 6.
4: Adv. Jov. I 8.
5: 1 Kor. 7,5.
6: Ebd. 7, 6.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger