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Hieronymus († 420) - Briefe
III.c. Polemisch-apologetische Briefe: Apologetisch-dogmatischer Inhalt
49 (48). Verteidigungsschrift an Pammachius

12.

Ich habe, einem Wanderer vergleichbar, der durch die vielen Meilen seiner Abhandlungen vorsichtig seines Weges zieht, meine Leser immer wieder darauf hingewiesen, daß ich die Enthaltsamen, d.h. die Witwen und die Jungfrauen, über die Verheirateten stelle. Mußte da ein weiser und gütiger Leser die Stellen, die in meinem Buche zu hart schienen, nicht aus den anderen Stellen heraus deuten, anstatt mich des Widerspruches in einem und demselben Buche zu bezichtigen? Wer wäre denn so stur und als Schriftsteller so unerfahren, daß er eine und dieselbe Sache bald lobt, bald tadelt? Das, was er aufgebaut hat, zerstört und das Zerstörte wieder aufrichtet? Seinen Gegner erst besiegt und sich [S. 167] zuletzt mit dem eigenen Dolche verwundet? Wenn meine Gegner ungebildete Leute wären, ohne Kenntnis der Gesetze der Rhetorik und der Dialektik, dann würde ich ihnen um ihrer Unwissenheit willen verzeihen. Ich würde ihre Anwürfe nicht weiter übelnehmen, da ich sehe, daß ihre Schuld nicht auf bösem Willen, sondern auf Unkenntnis beruht. Da es sich aber um redefertige und in den freien Künsten wohl bewanderte Gegner handelt, die mehr darauf ausgehen, zu verletzen, als Schwierigkeiten zu klären, sollen sie eine kurze Antwort von mir erhalten. Sie mögen meine Irrtümer verbessern, aber nicht tadeln! Das Kampffeld liegt offen da, die Phalanx steht zum Angriff bereit, die Meinung des Gegners liegt klar zutage. Mit Vergil sage ich: „Schau dem ins Auge, der zum Kampfe aufruft!“ 1 Mögen sie eine anders geartete Widerlegung bringen! In der gegenseitigen Aussprache sollen sie Maß halten. Sie sollen in ihren Schriften nachweisen, was ich unterschlagen oder was ich hinzugefügt habe. Auf Tadler achte ich nicht; aber dem, der belehren will, schenke ich mein Ohr. Es ist eine feine Methode, dem, der im Kampfe steht, von der Mauer herab Anweisungen zu geben, und, von Salben triefend, dem mit Blut besudelten Soldaten Feigheit vorzuwerfen. Dies sage ich nicht aus Eitelkeit, weil ich etwa allein gekämpft hätte, während die anderen schliefen. Ich will ihnen nur zeigen, daß sie mit mehr Umsicht kämpfen können, nachdem ich verwundet am Boden liege. Ich will nicht, daß der Kampf nur Verteidigung sei, daß man mit der Linken den Schild schützend vor sich hält, während die Rechte untätig bleibt. Hier kann es nur heißen: zustoßen oder fallen. Erst dann kann ich Dich als Sieger preisen, wenn ich den Feind zerschmettert zu Deinen Füßen sehe.

1: Vergil, Aen. XI 374 f.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger