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Hieronymus († 420) - Briefe
III.c. Polemisch-apologetische Briefe: Apologetisch-dogmatischer Inhalt
49 (48). Verteidigungsschrift an Pammachius

11.

Ich habe in meinem Buche vorsichtig abwägend vieles über Jungfräulichkeit, Witwenschaft und Ehestand geschrieben. Um mich kurz zu fassen, will ich bloß noch ein Zeugnis anführen, das nur bei solchen Widerspruch hervorrufen wird, die darauf ausgehen, ihre feindselige Einstellung oder ihren Wahnsinn offen an den Tag zu legen. Wo ich die Anwesenheit Jesu bei der Hochzeit zu Kana in Galiläa erwähne, 1 ist unter anderem Folgendes zu lesen: 2 „Wer nur einmal zur Hochzeit ging, wollte damit lehren, daß man auch nur einmal heiraten soll. Es könnte aber der Jungfräulichkeit Eintrag tun, wenn ich die Ehe nicht an dritter Stelle nach der Jungfräulichkeit und dem enthaltsamen Witwenstand setzen würde. Da es aber das Vorrecht der Irrlehrer ist, die Ehe und damit einen von Gott geschaffenen Zustand zu verurteilen, so wollen wir gerne vernehmen, was zum Lobe der Ehe gesagt worden ist. Die Kirche verurteilt die [S. 166] Ehe nicht; sie ordnet sie den anderen Ständen unter, aber sie verwirft sie nicht. Sie weist ihr nur den ihr zukommenden Rang an; weiß sie doch, daß, wie ich schon früher bemerkt habe, in einem großen Haushalte nicht nur goldene und silberne, sondern auch hölzerne und irdene Gefäße benutzt werden, die einen zur Ehre, die anderen zur Unehre. 3 Wer darauf bedacht ist, sich rein zu halten, der wird ein ehrenhaftes und unentbehrliches Gefäß werden, geeignet zu guten Werken aller Art.“ 4 Ich sagte, ich vernähme mit Freuden alles, was man zugunsten der Ehe vorbringen kann. Also ich freue mich, wenn man etwas Günstiges über die Ehe sagt, und da soll ich die Ehe verdammen? Die Kirche verurteilt die Ehe nicht; aber, ob ihr nun wollt oder nicht, ihr Verheirateten, sie setzt sie der Jungfräulichkeit und dem Witwenstande nach. Die Kirche schätzt die Ausübung der Ehe weniger hoch ein, aber sie verurteilt und verwirft sie nicht. Sie weist ihr nur den ihr gebührenden Rang zu. In eurer Macht nun liegt es, wenn ihr wollt, euch zum zweiten Grad der Keuschheit emporzuarbeiten. Was regt ihr euch denn darüber auf, wenn ihr auf der dritten Stufe stehen bleiben und nicht höher steigen wollt?

1: Joh. 2, 1 f.
2: Adv. Jov. I 40.
3: 2 Tim. 2, 20.
4: Ebd. 2, 21.

 

 

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Einleitung zu den Briefen des Hieronymus
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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger