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Hieronymus († 420) - Briefe
III.b. Polemisch-apologetische Briefe: Aufforderung zum Kampf gegen eine Irrlehre
153. An Bonifatius

Text

Hieronymus an Seine Heiligkeit den Papst Bonifatius.

Welche Freude mich erfüllte über Deine Weihe zum Pontifikat, die ich durch den Presbyter Innocentius erfuhr, als er mir den Brief Deiner Heiligkeit überbrachte, darüber dürfte Deine ehrwürdige Person nicht im Zweifel sein. Verband uns doch einst gemeinsame Freundschaft. Ehe wir uns kannten, waren wir uns in Liebe zugetan. Unsere innere Zuneigung war so stark, daß sie über die Schwächen des äußeren Menschen hinwegsah. Diese Nachricht hat meinen Schmerz um das Hinscheiden der heiligen und ehrwürdigen Jungfrau Christi Eustochium gemildert. Freilich in einer Hinsicht ist meine Trauer nicht kleiner geworden, konnte sie doch diese freudige Nachricht nicht mehr zusammen mit mir erfahren. Wie hätte sie vor Freude frohlockt, wenn sie das noch hätte erleben dürfen! Wie eifrig hätte sie gebetet, mit weicher Dankbarkeit hätte sie Christus um seine Gnade angefleht, wenn sie noch erfahren hätte, daß ihr heiliger und ehrwürdiger Verwandter 1 Nachfolger auf dem apostolischen Stuhle geworden ist! Die kleine Paula, 2 welche unter Deinen Händen auferzogen wurde, ist als Unterpfand des Andenkens an die heilige und ehrwürdige Laeta uns anvertraut worden. Ob wir diese Last zu tragen vermögen, das weiß allein der Herr, dem das Zukünftige nicht entgeht. Uns steht nur der heilige Wille zur Verfügung, der nicht durch den Erfolg, sondern nur durch die tiefe [S. 139] Sehnsucht unseres Herzens bewiesen werden kann. Ich bitte Deine Heiligkeit, fleißig an uns, die wir sozusagen zu Deiner Familie gehören, zu schreiben, damit Du erfährst, wie sehr wir uns über den Aufstieg und die Ehrung Deiner Heiligkeit freuen. Der heilige und ehrwürdige Presbyter Innocentius kann Deiner Heiligkeit davon Kunde geben, wie groß trotz unserer Trauer unsere Freude war, wie herzlich wir Dich, wenn es möglich gewesen wäre, in unsere Arme geschlossen hätten. Nachtrag.

Was ich jetzt schreibe, schreibe ich Deiner Heiligkeit eigenhändig. Mögen die Irrlehrer fühlen, daß Du ein Feind der Treulosigkeit bist! Sie sollen Dich hassen, damit Du von den Katholiken noch mehr geliebt wirst. Führe Du die Maßnahmen Deiner Vorgänger mit aller Entschiedenheit durch! Dulde als Träger des bischöflichen Amtes nie und nimmer die Beschützer und Anhänger der Irrlehre!

1: De Bruyne glaubte nicht an ein eigentlich verwandtschaftliches Verhältnis (Rev. Bénéd. 1910 [XXVII] 8 f.).
2: Vgl. BKV II. Reihe XVI 384. Paula muß jetzt wenigstens 18 Jahre alt gewesen sein.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger