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Leo der Grosse († 461) - Sämtliche Sermonen (Sermones)
Sermo XXXI-XXXVIII: Acht Predigten am Feste der Erscheinung des Herrn.
Sermo XXXVII. 7. Predigt auf Epiphanie.

4.

Damit wir aber vollkommen zu erkennen vermögen, auf welche Weise man zu einer solchen Umkehr kommen kann und durch welche Änderung wir wie die Kinder werden wollen, so laßt uns darüber die Worte des seligen Apostel Paulus hören: "Werdet nicht Kinder an Einsicht , sondern seid Kindlein in der Bosheit!"1 . Nicht zu den Tändeleien der Kindheit also oder zu den Unvollkommenheiten unserer Jugendjahre sollen wir zurückkehren, sondern solche Eigenschaften aus jener Zeit annehmen, die auch dem reiferen Alter ziemen! Schnell laßt uns darum unseren Ärger unterdrücken und rasch die Hand zur Versöhnung bieten! Aufhören soll jedes Nachtragen von Beleidigungen, aufhören jedes Verlangen nach Glanz und Würde! Gerne verkehre man miteinander, und unter allen herrsche natürliche Gleichheit! Ist es doch ein großes Gut, niemand schaden zu können und in Ränken unerfahren zu sein; denn auf dieser Welt gilt es als Klugheit, Unrecht zu tun und dafür Rache zu nehmen, während sich der kindliche Charakter der christlichen Gerechtigkeit darin offenbart, daß man niemand Böses mit Bösem vergilt. In dieser Hinsicht den Kindern ähnlich zu werden, dazu fordert uns, Geliebteste, das Geheimnis des heutigen Festes auf. Diese Art der Demut legt uns der von den Weisen angebetete im Kindesalter stehende Erlöser ans Herz. Und um uns zu zeigen, welche Ehren er denen bereitet, die ihm nachfolgen, verlieh er den Kleinen, die zur Zeit seiner Menschwerdung das Licht der Welt erblickten, die heilige Würde des Martyriums. So durften also die in Bethlehem, der Geburtsstadt Christi, geborenen Kinder infolge ihres gleichen Alters auch sein Leiden mit ihm teilen. Darum sollen die Gläubigen die Demut lieben und alle Überhebung meiden! Jeder gebe dem Nächsten den Vorzug vor sich selber, und niemand suche den eigenen Vorteil, sondern den des anderen! Und wenn so alle von dem Streben durchdrungen sind, dem Mitmenschen Gutes zu tun, dann wird man in niemand mehr das Gift des Neides finden; "denn wer sich selbst erhöht, wird erniedrigt, und wer sich selbst erniedrigt, der wird erhöht werden"2 . So bezeugt es unser Herr Jesus Christus selber, der mit dem Vater und dem Heiligen Geiste lebt und waltet als Gott in Ewigkeit. Amen.

1: 1 Kor 14,20
2: Mt 23,12; Lk 14,11;18,14

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger