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Hieronymus († 420) - Briefe
II.d. Aszetische Briefe: Trostbriefe
60. An Heliodor: Nachruf auf Nepotian

3.

Dir, unserm Erlöser Christus, wissen wir, Deine Geschöpfe, Dank dafür, daß Du diesen unseren starken Gegner durch Deinen Tod vernichtet hast. Gab es denn vor Deiner Ankunft etwas Unglücklicheres als den Menschen, der, vom Schrecken über den ewigen Tod gelähmt, kein anderes Lebensziel zu haben schien, als zugrunde zu gehen? Von Adam bis auf Moses herrschte der Tod auch über die, welche nicht durch eine ähnliche Übertretung wie Adam gesündigt hatten. 1 Wenn schon ein Abraham, Isaak und Jakob in die Unterwelt hinabgestiegen sind, wer kam denn dann noch ins Himmelreich? Wenn schon Deine Freunde in Adams Sünde und Strafe hineingezogen wurden, wenn jene, die nicht gesündigt hatten, um fremder Sünden willen als schuldig eingekerkert wurden, wie mag es erst denen ergangen [S. 33] sein, die in ihrem Herzen sprachen: „Es gibt keinen Gott“, deren Gesinnung verdorben und des Abscheus würdig war, 2 die abgewichen und unnütz geworden sind und samt und sonders nichts Gutes aufzuweisen hatten? 3 Man könnte einwenden: „Wenn wir den Lazarus im Schöße Abrahams, also an einer Stätte der Erquickung, sehen, 4 folgt etwa daraus, daß Unterwelt und Himmel dasselbe sind?“ Vor Christus war Abraham in der Unterwelt, nach Christus war der reuige Schacher im Paradiese. 5 Deshalb standen bei Christi Auferstehung die Leiber vieler Schlafenden mit auf und zogen ein ins himmlische Jerusalem. 6 Da erfüllte sich das Wort: „Stehe auf, du Schlafender, erhebe dich, und der Herr wird dich erleuchten.“ 7 Johannes predigt in der Wüste: „Tuet Buße; denn das Himmelreich hat sich genaht! Von den Tagen Johannes des Täufers an leidet das Himmelreich Gewalt, und nur die Gewalt anwenden, reißen es an sich.“ 8 Das Flammenschwert, der Hüter des Paradieses, ist durch Christi Blut ausgelöscht worden; er hat die Pforten, welche die Wache stehenden Cherubim verschlossen hielten, 9 wieder geöffnet. Es ist ja auch weiter nicht erstaunlich, daß man uns dies für den Tag unserer Auferstehung verspricht; denn wir alle, die wir zwar im Fleische, aber nicht nach dem Fleische leben, 10 haben Bürgerrecht im Himmel. 11 Gilt ja selbst für die noch auf Erden Wallenden das Wort: „Gottes Reich ist in euch.“ 12

1: Röm. 5, 14.
2: Ps. 13, 1.
3: Ebd. 13, 3.
4: Luk. 16, 23.
5: Ebd. 23, 43.
6: Matth. 27, 52 f.
7: Ebd. 5, 14.
8: Matth. 3, 1 f.; 11, 12.
9: Gen. 3, 24.
10: 2 Kor. 10, 3.
11: Phil. 3, 20.
12: Luk. 17, 21.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger