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Hieronymus († 420) - Briefe
II.d. Aszetische Briefe: Trostbriefe
60. An Heliodor: Nachruf auf Nepotian

15.

Doch, was beginne ich? Ich will einen Schmerz heilen, den, wie ich glaube, Zeit und Vernunft bereits gelindert haben. Täte ich nicht besser, an das vor kurzem durch unsere Herrscher heraufbeschworene Unglück und an die Notlage der Gegenwart zu erinnern? Nicht der ist zu beklagen, der dies alles nicht mehr erleben kann. Glücklich, wer diesen schlechten Zeiten entronnen ist! Constantius, ein Förderer der Irrlehre des Arius, stand mitten in den Kriegsvorbereitungen und war im Begriff, zum Angriff überzugehen, als er in dem Dorfe Mopsum 1 starb und die Herrschaft zu seinem großen [S. 50] Schmerze seinem Feinde 2 hinterlassen mußte. Julian, der Verräter an seiner eigenen Seele und Verfolger der Christen, mußte in Medien erkennen, daß Christus, den er vordem in Gallien verleugnet hatte, mächtiger war als er. Während er die Grenzen des römischen Reiches weiter ausdehnen wollte, mußte er Grenzen preisgeben, um deren Erweiterung sich seine Vorgänger bemüht hatten. Kaum hatte Jovian das Glück, Herrscher zu sein, gekostet, als er das Opfer einer Kohlenvergiftung wurde und so allen zeigte, wie wenig menschliche Kraft auf sich hat. Valentinian mußte zusehen, wie sein heimatlicher Boden der feindlichen Verheerung anheimfiel, und starb, ohne die Schmach seines Landes gerächt zu haben, an Blutbrechen. Sein Bruder Valens blieb in Thrakien im Kriege gegen die Goten und wurde dort, wo er fiel, begraben. 3 Gratian, vom eigenen Heere verraten und von den feindlich gesinnten Städten nicht aufgenommen, diente dem Gegner zum Gespött, und deine Mauern, o Lyon, zeigen die Spuren der grausamen Mörderhand. 4 Der junge Valentinian, fast noch ein Kind, mußte fliehen und in die Verbannung gehen. Unter großem Blutvergießen sicherte er sich die Herrschaft, wurde aber nicht weit von der Stadt, die sich des Mordes an seinem Bruder schuldig gemacht hatte, umgebracht. 5 Sein entseelter Leichnam wurde noch geschändet, indem man ihn aufhängte. Was soll ich von Prokop, 6 Maximus 7 und [S. 51] Eugen 8 sagen, die, kaum daß sie die Herrschaft angetreten hatten, den Völkern ein Greuel wurden? Alle standen als Gefangene vor ihren Besiegern und mußten, was den Machthabern als die größte Schande gilt die Schmach der Knechtschaft kosten, ehe sie dem feindlichen Dolche zum Opfer fielen.

1: Von einigen mit Mopsuestia in Kilikien gleichgesetzt. Nach Ammianus Marc. XXI 15, 2 starb Constantius zu Mopsokrene am Fuße des Taurus.
2: Julian, den die Truppen in Gallien zum Kaiser ausgerufen hatten.
3: 368 bei Adrianopel.
4: Wegen Begünstigung der Germanen 384 bei einem Soldatenaufstand ermordet.
5: 392 in Vienne im Alter von 25 Jahren ermordet, wahrscheinlich von Anhängern seines Generals Arbogast.
6: Verwandter Julians. Ließ sich 365 in Konstantinopel gegen Valens zum Kaiser ausrufen, wurde aber bald besiegt und enthauptet.
7: 383 in Britannien gegen Gratian zum Kaiser ausgerufen, von Theodosius besiegt, zu Aquileia gefangen und 388 von Soldaten ermordet.
8: Ein Franke, 392 von Arbogast zum Kaiser erhoben, von Theodosius bekämpft, 394 von Soldaten umgebracht.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger