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Cyrillus von Alexandrien († 444) - Gegen diejenigen, welche nicht zugeben wollen, dass die heilige Jungfrau Gottesgebärerin ist [Alte Version] (Adversus nolentes confiteri sanctam virginem esse Deiparam)

17.

Sodann aber kann man auch auf andere Weise Das ersehen, daß man ihn deßwegen nicht als einen Menschen denken darf im Sinne von Diesen. Wenn nämlich die Juden, nachdem sie Das vollbracht hatten, was der Herr hier ihnen vorhielt, ich meine das heilbringende Leiden, als Mörder eines Menschen verurtheilt wurden, dann könnte das von ihnen [den Gegnern] Gesagte einen Sinn haben. Wenn sie aber als Die, welche sich an dem Meister und Herrn vergriffen, verurtheilt wurden, dann ist klar, daß sie sich eine eitle Meinung gebildet haben, wenn sie ihn für einen Menschen halten, wenn sie auch sagen, das Wort habe in ihm gewohnt. Der selige Paulus nun stellt sie, von den Kreuzigern redend, deutlich als Mörder des Herrn hin, indem er wörtlich also schreibt: 1 „Denn wenn sie ihn erkannt hätten, hätten sie den Herrn der Herrlichkeit nicht gekreuzigt.“ Auch der Herr selbst aber sagt in der Parabel vom Weinberge, der Hausherr habe seine Knechte zu Ackersleuten geschickt; und „den einen“, sagt er, „schlugen sie, den anderen tödteten, den anderen steinigten sie,“ die Ackersleute nämlich; zuletzt aber, sagt er, habe er den Sohn selbst geschickt, und als die Ackersleute diesen sahen, sprachen sie zu sich: „Dieser ist der Erbe; kommt, wir wollen ihn tödten und sein Erbe in Besitz nehmen; und sie nahmen ihn und warfen ihn aus dem Weinberge hinaus und tödteten ihn.“ 2 Wenn also der Apostel den Gekreuzigten als Herrn der Herrlichkeit bekennt, der Heiland selbst aber die Propheten als abgesandte Knechte bezeichnet, sich selbst aber als Sohn des Herrn der Knechte, wer wird noch zu sagen wagen, daß Der ein Mensch war, welcher sprach: „Nun aber suchet ihr mich zu tödten,“ und nicht vielmehr Mensch gewordener Gott, und besonders wenn er von den dem Titel eines Menschen zugeschriebenen göttlichen Werken hört, die künftig geschehen sollen? Denn „es kommt die Stunde, und sie ist jetzt, da die Todten die Stimme des Menschensohnes hören werden; und die sie hören, werden leben;“ 3 und : „Wenn der Menschensohn“, sagt er, „kommt in seinem Reiche und alle Engel mit ihm, dann wird er sitzen auf dem Throne seiner Herrlichkeit, Allen das gerechte Gericht zutheilend;“ 4 und: „Niemand ist in den Himmel hinaufgestiegen, ausser der vom Himmel herab kam, der Sohn des Menschen.“ 5

1: I. Kor. 2, 8.
2: Matth. 21, 34.
3: Joh. 5, 25.
4: Matth. 25, 31.
5: Joh. 3, 13.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger