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Cyrillus von Alexandrien († 444) - Gegen diejenigen, welche nicht zugeben wollen, dass die heilige Jungfrau Gottesgebärerin ist [Alte Version] (Adversus nolentes confiteri sanctam virginem esse Deiparam)

16.

Was er aber in Dem, was diesem Ausspruche vorherging, sagte, wollen wir beachten. „Mein Vater,“ sagt er, „wirket bis jetzt, und ich wirke,“ und er nannte Gott seinen Vater, indem er sich Gott gleich stellte, weil er Dasselbe wirke wie der Vater. Denn „was jener thut, Das thut auch der Sohn auf gleiche Weise;“ 1 und „alles Gericht gab ihm der Vater, damit Alle den Sohn ehren, wie sie den Vater ehren;“ 2 und „es kommt die Stunde, und sie ist jetzt, da die Todten die Stimme des Menschensohnes hören werden; und die sie hören, werden leben.“ 3 Hierauf, damit sie nicht, wenn sie so Göttliches hörten, Anstoß nähmen wegen des Fleisches, weil er, der als Mensch erschien, Solches redete, fährt er kurz darauf fort und sagt, er sei der Menschensohn; 4 wundert euch nicht darüber, nämlich daß, wenn auch diese Stimme ertönt, Diejenigen, die sie hören, leben werden; „es kommt die Stunde, da auch Alle, die in den Gräbern sind, hören und hervorgehen werden, die Gutes gethan haben, zur Auferstehung des Lebens, die aber Böses gethan haben, zur Auferstehung des Gerichtes;“ 5 denn das zuerst Gesagte: „Es kommt die Stunde, und sie ist jetzt“ und das: „Die sie hören, werden leben“ sei von den zu jener Zeit auferstandenen Todten gesagt, das aber: „Alle, die in den Gräbern sind“ bedeute den Auferstehungstag seiner herrlichen Wiederkunft. Bald darauf aber sagt er wieder: 6 „Ich bin das Brod des Lebens.“ Aber all Dieses lassen sie, als ob sie nicht hörten oder vielmehr freiwillig taub wären, vorübergehen; den Ausspruch aber, der sagt: „Nun aber suchet ihr mich zu tödten, einen Menschen, der ich euch die Wahrheit gesagt habe“ tragen sie herum, um den Sinn der Einfältigen zu verwirren. Sie sollten aber, wenn sie ehrlich wären, Das bedenken, daß der Nämliche, der das Vorerwähnte sprach, auch diesen Ausspruch that, und nicht an diesem, so Vieles gleichsam vergessend, Anstoß nehmen. Denn auch Jene, weil sie einen Menschen sahen und die Gottes würdigen Aussprüche nicht ertrugen, sagten: 7 „Ist Dieser nicht der Sohn Josephs, dessen Vater wir kennen?“ Und wieder begegneten sie ihm mit den Worten: 8 „Wozu machst du dich selbst?“ und abermal: 9 „Du hast noch nicht fünfzig Jahre und kennst den Abraham?“ Und sie sollten sich mit dem Vorhergesagten begnügen und nicht weiter nachsuchen; denn die bei Anhörung der heiligen Schriften die rechte Denkweise zu haben bestrebt sind, werden gutwillig sagen, daß es nichts Ungereimtes sei, daß Der, welcher zugleich Gott und Mensch ist, wenn er redete, sich bald Gott, bald aber einen Menschen nannte, da die eine Benennung die andere keineswegs aufhebt.

1: Joh. 5, 17—19.
2: Joh. 5, 22.
3: Joh. 5, 25.
4: Joh. 5, 27.
5: Joh. 5, 29.
6: Joh. 6, 45.
7: Joh. 6, 42.
8: Joh. 8, 53.
9: Joh. 8, 57.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger