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Leo der Grosse († 461) - Sämtliche Sermonen (Sermones)
Sermo XXXI-XXXVIII: Acht Predigten am Feste der Erscheinung des Herrn.

Sermo XXXIV. 4. Predigt auf Epiphanie.

1.

Geliebteste! Eine gebührende und wohlbegründete Äußerung wahrer Frömmigkeit ist es, wenn wir uns an jenen Tagen, die von den Werken der Barmherzigkeit Gottes Zeugnis ablegen, aus ganzem Herzen freuen, wenn wir die Ereignisse unserer Heilsgeschichte würdevoll und festlich begehen. Ruft uns doch zu solch frommer Verehrung schon die Anordnung im Kreislauf des Jahres selber. Diese brachte uns kurz nach dem Tage, an welchem der mit dem Vater gleich ewige Sohn Gottes aus der Jungfrau geboren wurde, das durch die Erscheinung des Herrn geheiligte Fest der Epiphanie. In diesem hat uns die Vorsehung eine starke Stütze für den Glauben errichtet. Wenn uns nämlich durch eine erhabene Festfeier vor Augen geführt wird, wie der Erlöser als Kind in seinen ersten Lebenstagen1 angebetet wurde, so soll gerade durch solch beweiskräftige Begebenheiten aus seiner Kindheit dargetan werden, daß im Herrn die Wesenheit des wahren Menschen zur Welt kam. Darin besteht ja die Rechtfertigung der Gottlosen und die Heiligung der Sünder, daß sie in ein und demselben Jesus Christus, unserem Herrn, an einer wahrhaft göttlichen und an einer wahrhaft menschlichen Natur gläubig festhalten. Glauben muß man an seine Gottheit, durch welche er seit Ewigkeit her in der Wesenheit Gottes dem Vater gleich ist, glauben an seine Menschheit, durch die er sich in unlängst vergangener Zeit in Knechtsgestalt mit dem Menschen vereinte. Um also diesen Glauben, der gegen alle Irrlehren gewappnet werden sollte, zu stärken, geschah es zufolge der großen Liebe des göttlichen Ratschlusses, daß ein Volk, das in den fernen Landen des Orients seinen Wohnsitz hatte, das in der Kunst, die Sterne zu beobachten, wohlerfahren war, durch ein Himmelszeichen von der Geburt des Knaben, der über ganz Israel herrschen sollte2 Kenntnis erhielt. Es erschien nämlich im Lande der Magier ein ungewöhnlich heller Stern von nie gesehenem Glanze. Dieser erfüllte die, welche ihn betrachteten, mit solcher Bewunderung für sein Licht, daß sie glaubten, man dürfe in keiner Beziehung ein Ereignis unberücksichtigt lassen, das durch eine so wichtige Erscheinung angedeutet wurde. Dieses Wunder war aber, wie der Verlauf der Sache zeigte, ein Ausfluß der göttlichen Gnade. Während nämlich noch nicht einmal ganz Bethlehem von der Geburt Christi gehört hatte, brachte sie bereits den zum Glauben berufenen Heidenvölkern davon Kunde. Was des Menschen Wort noch nicht zu erörtern vermochte, darüber gab die Gnade durch des Himmels Freudenbotschaft Aufschluß.

1: von den Magiern
2: vgl. Mt 2,2

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
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