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Cassian († 430/35) - Von den Einrichtungen der Klöster (De institutis coenobiorum et de octo principalium vitiorum remediis)
Zwölftes Buch: Von dem Geiste des Hochmuthes.

21. Was der König Joas von Juda durch seinen Hochmuth verdient hat.

Etwas Ähnliches lesen wir im Buche Paralipomenon [= Chronik]. Nämlich Joas, der König von Juda, wurde im siebenten Lebensjahre von dem Hohenpriester Jojada zur Regierung gezogen und, solange der erwähnte Hohepriester lebte, in allen Dingen von dem heiligen Geiste gelobt. Höre, was nach des Jojada Tode die heilige Schrift von ihm erzählt, und wie er, vom Stolze aufgeblasen, einer schmählichen Leidenschaft anheim fiel. „Als aber Jojada gestorben war, kamen die Fürsten von Juda, verehrten den König, und erweicht durch ihre Bitten gab er ihnen nach. Und sie verließen den Tempel des Herrn, des Gottes ihrer Väter, und dienten Hainen und Schnitzbildern; und Zorn entstand über Juda und Jerusalem ob dieser Sünde.“1 Und bald darauf heißt es:2 „Und als ein Jahr abgelaufen war, da zog heran gegen ihn ein Heer von Syrien und kam nach Juda und Jerusalem und tödtete alle Fürsten des Volkes; und sie schickten die ganze Beute dem Könige nach Damaskus. Und sicherlich, da eine sehr mäßige Zahl Syrer gekommen war, gab der Herr die unzählige Menge in ihre Hände, dafür, daß sie verlassen hatten den Herrn, den Gott ihrer Väter; auch an Joas hatten sie geübt schmähliches Gericht. Und als sie abzogen, verließen sie ihn in großen Leiden.“ [S. 260] Du siehst hier, welch’ schändlichen und schmutzigen Leidenschaften der Stolz anheim zu fallen verdient. Denn wer vom Hochmuth aufgeblasen sich wie Gott verehren läßt, wird nach dem Apostel schandbaren Leidenschaften und einem verworfenen Sinne dahingegeben, damit er Solches leide, was sich nicht ziemt. Und weil nach dem Worte der heiligen Schrift unrein vor Gott Jeder ist, der sein Herz erhebt, wird Derjenige, der von stolzer Erhebung des Herzens sich aufblähen ließ, zu seiner Beschämung der schmachvollsten Verwirrung preisgegeben, damit er, also gedemüthigt, fühle, daß er durch Unreinheit des Fleisches oder durch das Bewußtsein einer unlauteren Leidenschaft unrein sei, was er wegen der Erhebung seines Herzens nicht fühlen wollte; und damit die schmähliche Krankheit des Fleisches die verborgene Unreinheit des Herzens offenbare, die er sich durch das Uebel des Stolzes zugezogen hatte, und durch die äussere Befleckung seines Leibes Jener unrein befunden werde, der in Folge der Ueberhebung seines Geistes nicht merkte, daß er unrein geworden war.

1: II. Paralip. 24, 17 f. [= 2. Chronik].
2: II. Paralip. 24, 23 f. [= 2. Chronik].

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger