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Cassian († 430/35) - Von den Einrichtungen der Klöster (De institutis coenobiorum et de octo principalium vitiorum remediis)
Siebentes Buch: Von dem Geiste der Habsucht.

15. Unterschied zwischen einer schlechten und keiner Bekehrung.

Es gibt Leute, welche trotz ihrer Behauptung, der Welt entsagt zu haben, und trotz des Aufgebens ihrer irdischen Schätze doch aus Mangel an Vertrauen wieder in Furcht gerathen. Ihnen wird im Deuteronomium1 die mystische Vorschrift ertheilt: „Ist ein Mann furchtsam und verzagten Herzens, so ziehe er nicht in den Krieg; er gehe und kehre zurück in sein Haus, daß er nicht zaghaft mache die Herzen seiner Brüder, sowie er selbst von Furcht ergriffen ist.“ Was ist deutlicher als dieses Wort? Will nicht offenbar die heilige Schrift lieber, daß dieselben diesen Stand weder antreten noch den Namen desselben sich beilegen sollen, als daß sie durch übel angebrachte Ermahnungen und böses [S. 162] Beispiel auch Andere von der evangelischen Vollkommenheit abziehen und durch Mißtrauen und Schrecken zaghaft machen? Es wird ihnen daher befohlen, den Krieg zu verlassen und in ihre Heimath zurückzukehren, weil Keiner mit getheiltem Herzen die Kämpfe des Herrn kämpfen kann. „Denn ein doppelsinniger Mann ist unbeständig in allen seinen Wegen;“2 und von der Parabel im Evangelium3 ausgehend, daß Derjenige, welcher mit zehntausend Mann heranzieht, mit Jenem, der mit zwanzigtausend heranrückt, sich nicht schlagen kann, mögen sie, wenn der Feind auch noch so weit entfernt ist, um Frieden bitten d. h. lieber gar keinen Anfang mit der Weltentsagung machen, als durch eine laue Bethätigung derselben sich in noch größeres Unglück stürzen. „Denn besser ist nicht geloben als geloben und nicht geben.“4 Schön aber wird von dem Einen gesagt,5 er komme mit zehntausend, und von dem Andern, er komme mit zwanzigtausend Mann. Denn größer ist die Zahl der uns angreifenden Sünden als die Zahl der für uns streitenden Tugenden. Niemand aber kann Gott dienen und dem Mammon,6 und „wer immer seine Hand auf den Pflug legt und hinter sich schaut, ist nicht tauglich für das Reich Gottes.“7

1: Deuteron. 20, 8.
2: Jak. 1, 8.
3: Luk. 14, 31.
4: Pred. 5, 4.
5: Luk. 14, 31.
6: Matth. 6, 24.
7: Luk. 9, 62.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger