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Leo der Grosse († 461) - Sämtliche Sermonen (Sermones)
Sermo XXXI-XXXVIII: Acht Predigten am Feste der Erscheinung des Herrn.
Sermo XXXIII. 3. Predigt auf Ephiphanie.

5.

Da uns also, Geliebteste, diese Geheimnisse der göttlichen Gnade geoffenbart wurden, so laßt uns den Tag unserer Erstlingsgaben und die beginnende Berufung der Heidenvölker in angemessener Freude feiern! Danken wollen wir dem barmherzigen Gotte, "der", wie der Apostel sagt, "uns würdig gemacht hat, teilzunehmen am Erbe der Heiligen im Lichte, der uns errettete aus der Gewalt der Finsternis und uns versetzt hat in das Reich des Sohnes seiner Liebe!"1 . "Hat doch", wie Isaias prophezeite, "das Volk der Heiden, das im Finstern saß, ein großes Licht gesehen; ist doch denen ein Licht aufgegangen, die im Lande des Todesschattens wohnten"2 . Über diese Völker spricht derselbe Prophet zum Herrn: "Die Heiden, die dich nicht kannten, werden dich anrufen, und Völker, die von dir nichts wußten, werden zu dir ihre Zuflucht nehmen"3 . "Abraham sah diesen Tag und freute sich"4 , indem er die Kinder seines Glaubens erkannte, die in seinem Samen, das heißt in Christus, gesegnet werden sollten5 , und sich im voraus als den künftigen Vater aller Völker durch den Glauben schaute, "Gott die Ehre gebend und vollkommen überzeugt, daß er mächtig ist zu tun, was immer er versprochen hat"6 . Diesen Tag besang David in seinen Psalmen mit den Worten: "Alle Völker, die du erschaffen hast, werden kommen und beten vor dir, o Herr; und verherrlichen werden sie deinen Namen"7 . "Kundgetan hat der Herr sein Heil: vor dem Angesichte der Völker hat er geoffenbart seine Gerechtigkeit"8 . Dies ist ja, wie wir wissen, der Fall, seitdem der Stern die drei Weisen aus ihren fernen Ländern herbeirief und zur Erkenntnis und Anbetung des Königs über Himmel und Erde führte. Offenbar ermahnen uns seine Dienste, dem Beispiele seiner Willfährigkeit zu folgen. Sollen wir doch nach Möglichkeit jener Gnade dienen, die alle zu Christus ruft. Jeder nämlich, der in der Kirche ein frommes und keusches Leben führt, "der auf das seinen Sinn richtet, was oben, nicht aber auf das, was auf Erden ist"9 , gleicht gewissermaßen einem Himmelslichte: während er selbst den Glanz eines heiligen Lebens bewahrt, zeigt er gar vielen wie ein Stern den Weg, der zum Herrn führt. In diesem Streben, Geliebteste, müßt ihr euch alle gegenseitig von Nutzen sein, damit ihr im Reiche Gottes, zu dem man durch den rechten Glauben und durch gute Werke gelangt, als Kinder des Lichts erstrahlt durch unseren Herrn Jesus Christus, der mit Gott, dem Vater und dem Heiligen Geiste lebt und waltet in alle Ewigkeit. Amen.

1: Kol 1,12 f.
2: Is 9,2; Mt 4,15
3: Is 55,5
4: Joh 8,56
5: Gen 22,18
6: Röm 4,20 f.
7: Ps 85,9
8: Ps 97,2
9: Kol 3,2

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger