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Leo der Grosse († 461) - Sämtliche Sermonen (Sermones)
Sermo XXXI-XXXVIII: Acht Predigten am Feste der Erscheinung des Herrn.
Sermo XXXIII. 3. Predigt auf Ephiphanie.

2.

Diese unbeschreibliche Barmherzigkeit trat, Geliebteste, offen zutage, als Herodes bei den Juden die Königsgewalt in Händen hatte. Nachdem bei diesem Volke die gesetzmäßige Thronfolge aufgehört hatte und die Macht der Hohenpriester vernichtet war, hatte ein Fremdling die Krone erlangt. Es ging so die Prophezeiung über die Geburt des wahren Königs in Erfüllung, worin es hieß: "Der Fürst wird nicht von Juda weichen und der Heerführer nicht von seinen Lenden, bis der kommt, dem die Herrschaft hinterlegt ist. Und gerade dieser wird es sein, auf den die Völker warten"1 . In diesen Völkern waren einst dem hochseligen Patriarchen Abraham zahllose Nachkommen verheißen worden, die nicht aus dem Samen des Fleisches, sondern aus der Befruchtung durch den Glauben hervorgehen sollten. Und deshalb wurde sein Geschlecht mit der Menge der Sterne verglichen2 ,damit sich der Stammvater aller Völker keine irdische sondern eine himmlische Nachkommenschaft erhoffe. Um also dieses verheißene Geschlecht zu schaffen, weckt Gott die unter der Menge der Sterne verstandenen Erben, indem er ein neues Gestirn erscheinen läßt. Wie dieses des Himmels Zeugnis geoffenbart hatte, so sollte es auch als sein Werkzeug dienen. Durch einen Stern also, der glänzender war als alle anderen Gestirne, werden die Magier, die im fernen Osten wohnen, aufmerksam gemacht. Aus dem hellen Scheine dieses wunderbaren Himmelslichtes erkennen jene Männer, die sich gar wohl auf solche Beobachtungen verstehen, die Wichtigkeit dieser Erscheinung. Bewirkte doch zweifellos die Erleuchtung Gottes in ihrem Innern, daß ihnen die geheimnisvolle Bedeutung eines so herrlichen Phänomens nicht verschlossen blieb und ihrem Verstande offenbar wurde, was ihren Augen ungewöhnlich erschien. Kurz, sie treffen Vorkehrungen, die ihnen zugefallene Aufgabe frommen Sinnes zu erfüllen, und versehen sich mit solchen Gaben, die deutlich erkennen lassen, daß sie gleichzeitig an dreierlei glaubten, wenn auch ihre Anbetung nur einem gelten soll: Durch Gold ehren sie ihn als König durch die Myrrhe als Menschen und durch den Weihrauch als Gott.

1: Gen 49,10
2: Gen 26,4

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger