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Leo der Grosse († 461) - Sämtliche Sermonen (Sermones)
Sermo XXI-XXX: Zehn Predigten am Geburtsfeste unseres Herrn Jesu Christi.
Sermo XXX. 10. Predigt auf Weihnachten.

5.

Die Ungeheuerlichkeiten ketzerischer Meinungen und die Gotteslästerungen wahnwitziger Irrlehren sollen darum weit von uns weichen und in ihre finsteren Schlupfwinkel zurückkehren! Uns haben die zur Verherrlichung Gottes frohlockenden Scharen der himmlischen Geister und die von den Engeln unterwiesenen Hirten belehrt. Wir finden darin einen Beweis für die beiden Naturen des Herrn und beten zu dem Worte im Mensch gewordenen Christus und zu dem Mensch gewordenen Christus im Worte. Denn wenn nach dem Ausspruche des Apostels derjenige, "der dem Herrn anhängt, mit dem "e i n " Geist ist"1 , um wieviel mehr ist dann das "Fleisch gewordene Wort"2 "ein" Christus? In ihm ist alles, was der einen Natur gehört, beiden eigen. Nehmen wir darum nicht Anstoß an dem Ratschlusse der Barmherzigkeit Gottes, die uns zur Unschuld und zum Leben erneuert! Laßt uns nicht deshalb, weil wir in unserem Erlöser deutliche Anzeichen einer Doppelnatur erkennen, bei seiner Herrlichkeit als Gott an seinem wahren Fleische oder bei seiner Niedrigkeit als Mensch an seiner göttlichen Majestät zweifeln! Derselbe ist er in der Wesenheit Gottes und in der von ihm gewählten Gestalt des Knechtes. Derselbe ist er in seiner ewigen Körperlosigkeit und in seinem angenommenen menschlichen Leibe. Derselbe ist er in seiner unverletzbaren Macht und in unserer leidensfähigen Schwachheit. Derselbe ist es, der den Thron seines Vaters teilt und von den Gottlosen ans Kreuzesholz geschlagen wurde. Derselbe ist es, der als Bezwinger des Todes über alle Himmelshöhen emporstieg und "bis ans Ende der Welt"3 bei der ganzen Kirche bleibt. Derselbe endlich ist es, der in dem nämlichen Fleische, in welchem er zum Himmel auffuhr, kommen und über die Taten aller Sterblichen richten wird, wie er sich auch von den Gottlosen richten ließ. Um uns aber bei den zahllosen Zeugnissen hierfür nicht länger aufzuhalten, genügt es, jene eine Stelle aus dem Evangelium des seligen Johannes anzuführen, in der unser Herr selbst spricht: "Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, es kommt die Stunde und sie ist schon da, daß die Toten die Stimme des Sohnes Gottes hören werden; und die sie hören, werden leben. Denn wie der Vater das Leben in sich selbst hat, so hat er auch dem Sohne gegeben, das Leben in sich selbst zu haben. Und er hat ihm die Macht gegeben, Gericht zu halten, weil er der Menschensohn ist"4 . In ein und demselben Ausspruch also hat er geoffenbart, daß er den Sohn Gottes und zugleich auch der Sohn des Menschen ist. Daraus geht hervor, auf welche Weise wir an Christus, den Herrn, in der Einheit der Person glauben müssen: Obwohl er nämlich der Sohn Gottes ist, durch den wir erschaffen sind, wurde er doch auch durch die Annahme des Fleisches zum Sohne des Menschen, damit er, wie der Apostel sagt, unserer Sünden wegen sterben und um unserer Rechtfertigung willen auferstehen könnte5 .

1: 1 Kor 6,17
2: Joh 1,14
3: Mt 28,20
4: Joh 5,25 ff.
5: vgl .Röm 4,25

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger