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Leo der Grosse († 461) - Sämtliche Sermonen (Sermones)
Sermo XXI-XXX: Zehn Predigten am Geburtsfeste unseres Herrn Jesu Christi.
Sermo XXX. 10. Predigt auf Weihnachten.

3.

Diese und andere gottlose Lehren, Geliebteste, die aus den Eingebungen des Teufels hervorgingen und zum Schaden vieler durch die "Gefäße des Verderbens" verbreitet wurden, hat einst der katholische Glaube, dessen Lehrer und Helfer Gott selbst ist, zunichte gemacht. Und da uns der Heilige Geist durch das Zeugnis des Gesetzes, durch die Weissagungen der Propheten, durch die Posaunen des Evangeliums und die Unterweisung der Apostel mahnt und belehrt, so glauben wir fest und aus voller Überzeugung, daß, wie der selige Johannes sagt, "das Wort Fleisch geworden ist und unter uns gewohnt hat"1 . Unter uns also, mit denen sich seine göttliche Natur verband und dessen aus dem Schoße der Jungfrau angenommenes Fleisch wir Menschen sind. Wäre dieses nicht von unserem, d.h. von wahrhaft menschlichem Fleische, so hätte "das Fleisch gewordene Wort" nicht unter uns gewohnt. Es hat aber unter uns gewohnt, weil es die Natur unseres Leibes zur seinigen machte, "indem sich die Ewige Weisheit ein Haus erbaute"2 , nicht aus irgendeinem beliebigen Stoffe, sondern im eigentlichsten Sinne des Wortes aus unserer Substanz. Die Annahme dieser Substanz aber kommt zum Ausdruck in den Worten: "Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt." Mit diesem hochheiligen Ausspruch stimmt auch die Lehre des seligen Apostels Paulus überein, wenn er sagt: "Sehet zu, daß euch niemand verführe durch Weltweisheit und eitlen Trug nach der Überlieferung der Menschen und nicht nach Christus; denn in ihm wohnt die ganze Fülle der Gottheit leibhaftig, und ihr seid erfüllt in ihm"3 . Der ganze Leib also wird von der ganzen Gottheit erfüllt. Und wie nicht das Geringste von der Majestät dessen fehlt, der durch sein Bewohnen die Wohnstätte ausfüllt, so fehlt auch nicht das Geringste vom Leibe, das nicht von seinem Bewohner erfüllt wäre. Wenn es aber heißt: "Und ihr seid erfüllt in ihm", so ist damit natürlich unsere Natur gemeint. Jenes "Erfülltsein" aber könnte sich nicht auf uns beziehen, wenn sich nicht das Wort Gottes mit der Seele und dem Leibe unseres Geschlechtes vereint hätte.

1: Joh 1,14
2: Spr 9,1
3: Kol 2,8ff

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger