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Athanasius (295-373) - Des hl. Athanasius Schutzschrift an Kaiser Constantius (Apologia ad Constantium)

35.

Es war also besser, daß ich mich verbarg und diesen Zeitpunkt abwartete. Ja ich weiß, daß auch Du, da Du die göttlichen Schriften kennst, mir Recht gibst und meine Handlungsweise billigst. Denn sieh, da Deine Aufhetzer ruhen, [S. 213] ist Deine gottesfürchtige Milde an den Tag getreten, und Alle haben die Überzeugung, daß Du auch im Anfang die Christen nicht verfolgtest, sondern daß Jene die Kirchen verheerten, um ihre eigene Gottlosigkeit überall zu verbreiten, in Folge welcher auch wir, wenn wir uns nicht geflüchtet hätten, längst von ihnen wären überlistet worden. Denn es ist augenscheinlich, daß Menschen, die es nicht verschmähten, solche Verleumdungen bei einem so großen Kaiser gegen mich vorzubringen, die solche Dinge gegen Bischöfe und Jungfrauen unternahmen, auch uns zu tödten suchten. Aber Dank sei dem Herrn gesagt, der Dir die Herrschaft verliehen hat! Denn Alle überzeugten sich von Deiner Menschenfreundlichkeit und von der Bosheit jener Leute, der ich mich Anfangs durch die Flucht entzog, damit ich später vor Dir diese Rede halten könnte und Du Einen fändest, um ihn freundlich zu behandeln. Ich bitte Dich also, da geschrieben steht: „Eine demüthige Antwort wendet den Zorn ab,“1 und: „Angenehm sind einem Könige gerechte Rechtfertigungen,“ nimm auch diese Vertheidigung gnädig auf und gib alle Bischöfe und die übrigen Kleriker ihrer Heimath und ihren Kirchen zurück, damit die Bosheit der Verleumder an den Tag komme und Du sowohl jetzt als auch am Tage des Gerichtes unserm Herrn und Heiland und König Aller, Jesus Christus, mit Zuversicht sagen könnest: „Ich habe Keinen von den Deinigen verloren.“2 Diese dagegen sind es, die Allen Nachstellungen bereitet haben. Ich aber wurde wegen der Gemordeten, wegen der zerfleischten Jungfrauen und wegen dessen, was sonst gegen die Christen geschah, von Schmerz erfüllt, ließ die Verbannten zurückkommen und gab sie ihren Kirchen zurück.

1: Sprüchw. 15, 1.
2: Joh. 18, 9.

 

 

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Einleitende Notizen zur Schutzschrift an Kaiser Constantius
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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger