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Athanasius (295-373) - Des hl. Athanasius Schutzschrift an Kaiser Constantius (Apologia ad Constantium)

34.

Da also die Arianer abermals so schreckliche Thaten verübt hatten, so that ich doch keinen Fehltritt, wenn ich die Worte der göttlichen Schrift befolgte: [S. 212] „Sondern verbirg Dich auf einen kurzen Augenblick, bis der Zorn des Herrn vorübergegangen ist.“1 Das veranlaßte mich also wieder, gottesfürchtiger Kaiser, die Flucht zu ergreifen, und ich verschmähte es weder, mich in die Wüste zurückzuziehen, noch, wenn es nöthig gewesen wäre, mich in einem Korbe von der Mauer herabzulassen.2 Denn ich ließ mir Alles gefallen und wohnte in Gesellschaft wilder Thiere3 und wartete einen günstigen Zeitpunkt für diese Rede ab, im festen Vertrauen, die Verleumder würden entlarvt werden, und Deine Menschenfreundlichkeit würde ans Tageslicht treten. O seliger und gottesfürchtiger Kaiser! Was hättest Du vorgezogen? Daß ich, während unsere Verleumder erbittert waren und uns zu tödten suchten, gekommen wäre, oder daß ich mich, wie geschrieben steht, auf kurze Zeit verbarg, damit in dieser Zwischenzeit die Ränke der Häretiker entdeckt würden und Deine Menschenfreundlichkeit ans Licht träte? Warum, o Kaiser, hättest Du wünschen sollen, daß ich vor Deinen Richtern erschiene? Etwa, damit, wenn Du nur einen Drohbrief schriebst, diese, ohne Deine Meinung zu erfassen, von den Arianern aufgehetzt, auf Dein Schreiben hin mich tödten und wegen des Schreibens Dir die Ermordung aufbürden sollten? Es geziemte sich weder, daß ich selbst mich stellte und mich zur Hinrichtung anbot, noch daß Dir, der Du ein Kaiser bist, der Christum liebt, die Hinrichtung von Christen, zumal von Bischöfen, zugeschrieben werde.

1: Is. 26, 20.
2: II Kor. 11, 33.
3: Im griechischen Text stehen hier noch die Worte: καὶ ὑμᾶς περιελθεῖν [kai hymas perielthein], was Montfaucon übersetzt: donec vos pertransiretis, ohne den mindesten Aufschluß zu geben, wie denn diese Worte in den Zusammenhang passen. Wahrscheinlich ist statt ὑμᾶς [hymas] zu lesen ἡμᾶς [hēmas]: ich wartete ab, bis die Zeit an uns herankam.

 

 

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Einleitende Notizen zur Schutzschrift an Kaiser Constantius
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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger