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Athanasius (295-373) - Des hl. Athanasius Schutzschrift an Kaiser Constantius (Apologia ad Constantium)

33.

Der Sohn Gottes, unser Herr und Heiland Jesus Christus, ist um unsertwillen Mensch geworden, und nachdem er den Tod vernichtet und unser Geschlecht von der Knechtschaft des Verderbens befreit hatte, gewährte er zu allem Übrigen uns auch noch, als ein Bild der Heiligkeit der Engel die Jungfräulichkeit auf Erden zu besitzen. Die nun, welche diese Tugend besitzen, pflegt die Kirche Bräute Christi zu nennen. Wenn die Heiden diese sehen, so staunen sie dieselben an als einen Tempel des Wortes. Denn nirgends als nur bei uns Christen wird in [S. 211] Wahrheit diese ehrwürdige und himmlische Lebensweise gepflogen. Eben besonders auch das ist ein großer Beweis, daß wir die wirkliche und wahre Gottesfurcht haben. Diese ehrte vor Allen Dein gottesfürchtiger Vater seligen Andenkens, Kaiser Constantin. Diese nannte Deine Gottesfurcht in Briefen oft ehrenwerth und heilig. Jetzt aber wurden diese von den unbegreiflichen Arianern, welche uns verleumden, und von denen die meisten Bischöfe verfolgt wurden, indem selbst die Richter ihnen beistanden und auf sie hörten, entkleidet und an den sogenannten Hermetarien aufgehängt und ihre Seiten dreimal so schrecklich zerfleischt, wie es nicht einmal die wirklichen Verbrecher jemals erduldet haben. Pilatus ließ einst auf die Bitte der Juden mit einer Lanze eine einzige Seite des Heilandes durchstechen; Diese aber haben es der Wuth des Pilatus zuvorgethan, weil sie nicht eine Seite, sondern beide zerfleischten. Denn die Glieder der Jungfrauen gehören vorzugsweise dem Heilande. Alle nun schaudern, wenn sie Solches nur aus Jemands Mund vernehmen. Diese allein aber scheuten sich nicht nur nicht, die unbefleckten Glieder zu entkleiden und zu zerfleischen, welche die Jungfrauen unserm Heiland Christus allein geweiht haben, sondern, was das Schlimmste ist, sie geben, weil ihnen von Allen diese Grausamkeit zum Vorwurf gemacht wird, statt zu erröthen, vor, es sei das ein Auftrag Deiner Gottesfurcht. So vermessen in Allem und so böswillig sind sie. Hat man doch selbst in den früheren Verfolgungen niemals von einer solchen Behandlung gehört. Sollte aber jemals so Etwas geschehen sein, so hätte wenigstens unter Deiner Regierung, da Du ein Christ bist, weder die Jungfräulichkeit so arge Mißhandlung und Schmach erdulden, noch auch hätten Diese ihre eigene Grausamkeit auf Deine Gottesfurcht wälzen sollen. Denn nur Häretiker sind einer solchen Bosheit fähig, daß sie gegen den Sohn Gottes gottlos sind und gegen seine heiligen Jungfrauen freveln.

 

 

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Einleitende Notizen zur Schutzschrift an Kaiser Constantius
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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger