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Athanasius (295-373) - Des hl. Athanasius Schutzschrift an Kaiser Constantius (Apologia ad Constantium)

28.

Was aber außerdem noch geschah, wird vielleicht für unglaublich gehalten werden und durch die grenzenlose Schändlichkeit Alle mit Staunen erfüllen. Gleichwohl muß es gesagt werden, damit Deine aus Liebe zu Christus entspringende Fürsorge und Gottesfurcht erfahre, daß die gegen uns geschleuderten Anschuldigungen und Verleumdungen nichts Anderes bezweckten, als uns aus den Kirchen zu verdrängen und die eigene Gottlosigkeit dafür in dieselben versetzen zu können. Denn da die wahren hochbejahrten Bischöfe theils verbannt, theils vertrieben sind, werden nunmehr Heiden, Katechumenen, hohe Rathsherren und durch Reichthum angesehene Männer von den Arianern statt der Christen beauftragt, den frommen Glauben zu predigen. Und nicht mehr untersuchte man nach der Mahnung des [S. 204] Apostels, ob Einer untadelhaft sei,1 sondern nach dem Verfahren des gottlosen Jeroboam wurde zum Bischof ernannt, wer das meiste Geld zahlte.2 Und es lag ihnen Nichts daran, wenn Einer selbst Heide war, wenn er nur Geld bot. Und es wurden die von Alexander geweihten Bischöfe, welche Mönche und Asceten waren, verbannt. Sie aber, die gewandten Verleumder, vernichteten, so weit es von ihnen abhing, die apostolische Ordnung und befleckten die Kirchen. Und ihre Ränke brachten viel zu Stande, daß es ihnen möglich ist, die Gesetze zu übertreten und in Deiner Zeit solche Thaten zu vollbringen, daß auf sie die Worte der Schrift sich zu beziehen scheinen: „Wehe denen, um deren willen mein Name bei den Völkern gelästert wird.“3

1: I. Tim. 3, 2.
2: III. Kön. 12, 31 [= 1. Könige].
3: Is. 52, 5.

 

 

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Einleitende Notizen zur Schutzschrift an Kaiser Constantius
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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger