Titel newsletter aktuell suche Titel werke start
Athanasius (295-373) - Des hl. Athanasius Schutzschrift an Kaiser Constantius (Apologia ad Constantium)

25.

Alle verlangten, es solle das Schreiben Deiner Gottesfurcht vorgezeigt werden. Denn das Wort des Kaisers allein hat wohl die gleiche Kraft wie seine Schrift, zumal wenn der, welcher es überbringt, Zuversicht hat und den Auftrag niederschreibt. Da sie aber weder bestimmt sagten, daß ein Auftrag vorhanden sei, noch ihre Forderung mir [S. 200] schriftlich zustellten, sondern in Allem wie aus eigenem Anrieb handelten, so schöpfte ich, ich gestehe es und sage es offen heraus, gegen sie Verdacht. Denn es waren viele Arianer in ihrer Gesellschaft, aßen mit ihnen gemeinsam und beriethen sich mit ihnen. Und sie handelten in keiner Sache offenherzig, sondern gingen damit um, wie sie mir Nachstellungen und Fallstricke bereiten könnten. Auch thaten sie Nichts wie im Auftrage des Kaisers, und sie verriethen selbst, daß sie von den Feinden sich bestimmen ließen. Das bewog mich um so mehr, von ihnen ein schriftliches Document zu verlangen, da ich wegen ihrer Unternehmungen und Pläne gegen sie Verdacht schöpfte. Zudem geziemte es sich nicht, daß ich, der ich mit einem so werthvollen Schreiben angekommen war, ohne ein Schreiben die Kirche verließ. Auf die Zusage des Syrianus hin kamen Alle in den Kirchen freudig und unbesorgt zusammen. Aber dreiundzwanzig Tage nach seiner Zusage dringt er mit Soldaten in die Kirche. Wir beteten wie gewöhnlich, das haben die gesehen, welche eindrangen, da wir die Vigilie für die bevorstehende Versammlung feierten. Es geschah aber in dieser Nacht, was die Arianer wollten und, bevor es eintrat, vorhergesagt hatten. Denn in ihrer Begleitung kam der Feldherr, und sie selbst waren die Lenker und Rathgeber bei diesem Überfall. Und das ist nicht unglaublich, gottesfürchtiger Kaiser! Denn es war kein Geheimniß, sondern ist überall verbreitet worden. Als ich nun den Überfall sah, ermahnte ich zuerst das Volk, sich zu entfernen, und entfernte mich dann nach ihnen auch selbst, indem Gott mich ihren Blicken entzog und führte. Auch das haben die gesehen, welche damals bei mir waren. Und von da an blieb ich allein, indem ich vorzugsweise bei Gott, dann aber auch bei Deiner Frömmigkeit mich zuversichtlich zu rechtfertigen hoffe, weil ich nicht das Volk im Stiche ließ und die Flucht ergriff, sondern der Überfall des Feldherrn mir Zeugniß gibt, daß ich vertrieben wurde, was Alle sehr befremdete. Denn er hätte entweder keine Zusage geben oder, wenn er sie gegeben hatte, dieselbe halten sollen.

 

 

Informationen
Quellenangabe
Inhaltsverzeichnis
Einleitende Notizen zur Schutzschrift an Kaiser Constantius
Bilder Vorlage

Navigation
. . Mehr
. . 17.
. . 18.
. . 19.
. . 20.
. . 21.
. . 22.
. . 23.
. . 24.
. . 25.
. . 26.
. . 27.
. . 28.
. . 29.
. . 30.
. . 31.
. . 32.
. . 33.
. . Mehr

Titel Top Back Next
 
Kontakt: Griechische Patristik und orientalische Sprachen - Miséricorde - Av. Europe 20 - CH-1700 Fribourg
Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger