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Athanasius (295-373) - Des hl. Athanasius Schutzschrift an Kaiser Constantius (Apologia ad Constantium)

21.

Deßhalb also erkannte auch ich, da der Brief von den Verleumdern stammte und nicht einmal die Aufforderung enthielt, zu kommen, daß es nicht der Wille Deiner Gottesfurcht sei, daß ich zu Dir komme. Denn der Umstand, daß Du mich ganz und gar nicht auffordertest zu kommen, sondern daß Du schriebst, als ob ich geschrieben hätte und das in Ordnung bringen wollte, was ich für mangelhaft hielte, ließ mich, auch wenn es Niemand sagte, augenscheinlich erkennen, daß der überbrachte Brief mit Deiner Milde nicht in Einklang sei. Das sahen Alle ein, darüber äusserte ich mich auch schriftlich, und Montanus weiß es, daß ich es nicht überhaupt ausschlug, zu kommen, sondern daß ich es [S. 197] für ungeziemend hielt, nach einem vorgeblichen vorausgegangenen Schreiben zu kommen, damit nicht auch hierin die Intriguanten einen Stoff zur Anklage fänden, als wäre ich Deiner Gottesfurcht beschwerlich gefallen. Wohl machte ich mich reisefertig, wie ihm selbst bekannt ist, um, wenn Du mich mit einem Schreiben beehren solltest, die Reise sogleich anzutreten und Deinem Auftrage mit meiner Bereitwilligkeit zuvorzukommen. Denn ich war nicht so wahnsinnig, um einem solchen Auftrage von Deiner Seite mich zu widersetzen. Da nun aber Deine Frömmigkeit nicht wirklich an mich geschrieben hat, wie war ich ungehorsam, da ich keinen Befehl erhalten hatte? Oder wie können sie sagen, daß ich mich nicht fügte, da kein Auftrag vorhanden war? Wie ist nicht auch das eine Verleumdung der Feinde, welche das, was nicht geschehen ist, erdichten, als ob es geschehen wäre? Ich fürchte, sie möchten auch jetzt, da ich mich vertheidige, aussprengen, daß ich es nicht der Mühe werth achte, mich zu vertheidigen. So leicht kommt es bei ihnen an, daß sie mich anklagen, so schnell sind sie bereit, Ränke zu schmieden und die Worte der Schrift zu mißachten: „Liebe es nicht zu verkleinern, damit Du nicht ausgerottet werdest.“1

1: Sprüchw. 20, 13.

 

 

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Einleitende Notizen zur Schutzschrift an Kaiser Constantius
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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger