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Athanasius (295-373) - Des hl. Athanasius Schutzschrift an Kaiser Constantius (Apologia ad Constantium)

18.

Diese Beschwerden erhebe ich also gegen meinen Ankläger; Du aber, gottesfürchtiger Kaiser, mögest eine lange Reihe von Jahren leben und die Einweihung feiern. Denn die Gebete, die von Allen für Dein Wohlergehen verrichtet werden, bereiten dem Feste der Einweihung kein Hinderniß. Mögen das die Unwissenden nicht fälschlich [S. 193] behaupten, sondern von den Vätern lernen, aber auch die Schrift lesen. Oder sie mögen vielmehr sich von Dir belehren lassen, denn Du bist ein Freund der Wissenschaft, daß auch der Priester Jesus, der Sohn des Josedek, und seine Brüder, und der weise Zorobabel, der Sohn des Salathiel, und Esdras, der Priester und Schriftgelehrte, als nach der Gefangenschaft der Tempel gebaut wurde und das Laubhüttenfest bevorstand, — es war aber das eine große Feier und ein hoher Fest- und Gebetstag in Israel, — das Volk in gleicher Gesinnung im weiten Raum des ersten Vorhofes gegen Osten zusammenkommen ließen, den Altar Gottes bereiteten und dort opferten und dort das Fest feierten. Ebenso brachten sie später am Sabbat und am Neumond die Opfer dar und verrichtete das Volk seine Gebete. Und deutlich sagt die Schrift, daß, als Dieß geschah, der Tempel Gottes noch nicht gebaut war, sondern vielmehr, während sie so beteten, der Bau des Hauses fortschritt.1 Und es stand weder die bevorstehende Einweihung dem Gebete hindernd im Wege, noch ist durch die veranstalteten Versammlungen zum Gebete die Einweihung gehindert worden. Vielmehr betete nicht nur dessenungeachtet das Volk, sondern es wurde auch, als das ganze Haus vollendet war, die Einweihung begangen, und man opferte bei der Einweihung, und Alle feierten die Vollendung. Das haben auch der selige Alexander und die übrigen Väter gethan. Denn sie hielten Versammlungen, und wenn sie das Werk vollendet hatten, dankten sie dem Herrn und feierten die Einweihung. Das zu thun, geziemt auch Dir, gelehrter Kaiser! Denn bereit steht die Stätte, im Voraus geheiligt durch die zuvor verrichteten Gebete, und sehnt sich nach der Ankunft Deiner Frömmigkeit. Denn das mangelt ihr noch zur vollendeten Zierde. Mögest Du also diesem Mangel steuern und Dein Gebet zum Herrn entrichten, dem Du auch das Haus aufgebaut hast. Denn das ist der sehnlichste Wunsch Aller.

1: I. Esdr. 3, 2—6.

 

 

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Einleitende Notizen zur Schutzschrift an Kaiser Constantius
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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger