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Athanasius (295-373) - Des hl. Athanasius Schutzschrift gegen die Arianer (Apologia contra Arianos [seu Apologia secunda])

87.

[Forts. v. [S. 166] ] Die Eusebianer, die hievon in Kenntniß gesetzt wurden, und die nebenbei wußten, was sie gethan hatten, hielten die übrigen Bischöfe von der Reise ab, und nur solche von ihrer Partei, nämlich Eusebius, Theognius, Patrophilus, ein zweiter Eusebius, Ursacius und Valens reisten hin und sprachen nicht mehr von einem Kelche und von Arsenius, denn sie hatten hiezu nicht mehr den Muth. Dagegen erfanden sie eine andere Anklage, die den Kaiser berührte. Sie sagten nämlich dem Kaiser selbst: Athanasius drohte, das Getreide, das von Alexandria nach deiner Vaterstadt gesendet wird, aufhalten zu wollen. Das vernahmen die anwesenden Bischöfe Adamantus, Anubion, Agathammon, Arbethion und Petrus. Auch die Erbitterung des Kaisers bestätigte es. Denn er, der den angeführten Brief geschrieben und ihrer Ungerechtigkeit das Urtheil gesprochen hatte, gerieth, als er diese Verleumdung vernahm, sogleich in Zorn und sendete uns, statt uns zu vernehmen, nach Gallien. Aber auch das beweist noch mehr ihre Schlechtigkeit. Denn der selige Constantin der Jüngere schrieb, als er uns in die Heimath sendete und an das Schreiben seines Vaters sich erinnerte, gleichfalls folgenden Brief.

Kaiser Constantin an das Volk der katholischen Kirche in der Stadt Alexandria.

„Ich glaube nicht, daß es euerer heiligen Einsicht unbekannt geblieben ist, daß Athanasius, der Verkünder des anbetungswürdigen Gesetzes, deßhalb auf eine Zeit lang nach Gallien gesendet worden sei, damit er, da von der Grausamkeit seiner blutgierigen und erbitterten Feinde seinem heiligen Haupte Gefahr drohte, nicht von der Verkehrtheit [S. 167] der Bösewichte Unsägliches zu leiden hätte. Um nun dieser auszuweichen, wurde er dem Rachen der ihn bedrängenden Männer entrissen und ihm der Auftrag ertheilt, im Gebiete meiner Herrschaft sich aufzuhalten, so daß er in dieser Stadt, in der er lebte, an allem Nöthigen Überfluß hatte, wenn auch seine rühmliche Tugend im Vertrauen auf den göttlichen Beistand die Schläge eines harten Schicksals für Nichts achtet. Wenn nun schon unser Herr, der durchlauchtigste Constantin, mein Vater, entschlossen war, aus Rücksicht für euere geliebteste Gottesfurcht den nämlichen Bischof dem ihm zugehörigem Sitze zurückzugeben, so hielt ich es in gleicher Weise für entsprechend, da er vom menschlichen Loose vorher ereilt wurde und vor Erfüllung seines Wunsches zur Ruhe einging, das Vorhaben des Kaisers göttlichen Andenkens als Erbschaft zu übernehmen und auszuführen. Wenn ihr ihn nun wieder seht, werdet ihr erkennen, welche Ehrfurcht ich ihm zollte. Denn es ist nicht zu verwundern, wenn ich für ihn Etwas gethan habe. Denn meine Seele wurde durch die Vorstellung euerer Sehnsucht und durch die Erscheinung eines so großen Mannes hiezu bewogen und veranlaßt. Die göttliche Vorsehung möge euch bewahren, geliebte Brüder! Gegeben in Trier am fünfzehnten vor den Kalenden des Juli (17. Juni).“

 

 

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Einleitende Notizen: Schutzschrift gegen die Arianer
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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger