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Athanasius (295-373) - Des hl. Athanasius Schutzschrift gegen die Arianer (Apologia contra Arianos [seu Apologia secunda])

9.

Gleichwohl wurde von ihnen gegen Athanasius intriguirt, als hätte er den Lebenden getödtet, und er wurde von ihnen sogar verbannt. Denn nicht der Vater der Kaiser verbannte ihn, sondern ihre Verleumdungen. Denn sehet, ob es sich nicht so verhält. Als an unserm Amtsgenossen Athanasius Nichts erfunden wurde, der Comes aber Gewalt anwendete und Vieles gegen ihn in Bewegung setzte, entzog sich der Bischof Athanasius der Anwendung von Gewalt und ging zum gottesfürchtigen Kaiser, wo er zugleich gegen den Comes und ihre Intriguen protestirte und verlangte, es möchte eine rechtmäßige Synode von Bischöfen berufen werden, oder er selbst gestatten, daß er sich gegen die ihm gemachten Vorwürfe vertheidige. Und der Kaiser, von [S. 65] Unmuth ergriffen, ladet sie schriftlich vor und erklärt, er wolle sie selbst hören, da er auch den Zusammentritt der Synode veranstaltet hätte. Die Eusebianer reisten hin und brachten über Athanasius nicht mehr die Anklagen vor, mit denen sie in Tyrus so viel Lärm geschlagen hatten, sondern wegen des Zurückhaltens des Getreides und der Schiffe, wie wenn Athanasius erklärt hätte, er könne die Ausfuhr des Getreides von Alexandria nach Konstantinopel verhindern. Das haben Einige von den Unsrigen, die mit Athanasius im Palaste waren, vernommen, als der Kaiser darob ihn anfuhr. Als hierauf Athanasius über die Anklage einen großen Jammer aufschlug und betheuerte, daß dieselbe nicht auf Wahrheit beruhe, denn ein armer Privatmann hätte keine so große Macht, da schwor Eusebius, indem er nicht einmal die öffentliche Verleumdung scheute, Athanasius sei reich und mächtig und vermöge Alles, um so glauben zu machen, daß Athanasius auch das gesagt habe. Solche Anklagen erhoben die ehrwürdigen Bischöfe. Die Gnade Gottes freilich hat sich stärker erwiesen als ihre Bosheit. Denn sie hat die Gottesfurcht des Kaisers zur Milde bewogen und setzte an die Stelle des Todes die Verbannung. Es sind also ihre Verleumdungen daran Schuld und nichts Anderes. Denn der Kaiser tadelte in einem frühern Schreiben ihre Ränkesucht, beschuldigte sie der Verfolgungssucht, verurtheilte die Melitianer, indem er sie in seinem Schreiben als ungerecht, fluchwürdig und mit den schrecklichsten Namen bezeichnete. Er wurde nämlich aufgebracht, als er von einem getödteten Menschen hörte, der am Leben war; er wurde aufgebracht, als er von der Ermordung eines Lebenden hörte, der des Lebens nicht beraubt war. Den Brief haben wir euch zugesendet.1

1: Siehe K. 68.

 

 

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Einleitende Notizen: Schutzschrift gegen die Arianer
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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger