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Athanasius (295-373) - Des hl. Athanasius Schutzschrift gegen die Arianer (Apologia contra Arianos [seu Apologia secunda])

72.

Diese übergab Melitius in ihrer persönlichen Anwesenheit dem Bischof Alexander. Von Einem, Namens Ischyras, machte er weder eine Erwähnung, noch gab er zu, daß er überhaupt in der Mareotis jemals welche gehabt habe. Gleichwohl gaben die Feinde nicht nach und der kein Priester war, wurde zu einem Priester gestempelt. Denn der Comes wendete Gewalt an, und wir wurden von Soldaten fortgeschleppt. Aber trotzdem hat die Gnade Gottes gesiegt. Denn sie überführten nicht nur den Makarius wegen des Kelches nicht, sondern auch Arsenius, von dem sie ausgebreitet, daß wir ihn getödtet hätten, zeigte sich noch am Leben und bewies, daß sie Verleumder seien. Da nun die Eusebianer den Makarius nicht überführen konnten, waren sie ungehalten, weil ihnen ihre Beute entronnen war, und sie bewogen den auf ihrer Seite stehenden Comes Dionysius, nach der Mareotis zu senden, ob sie nicht etwa gegen den Priester dort Etwas ausfindig machen könnten, oder vielmehr, um nach ihrer Abreise in unserer Abwesenheit alles Beliebige anzuzetteln. Denn das war es, was ihnen am Herzen lag. Wir sagten allerdings, daß die Relse nach der Mareotis überflüssig wäre. Sie sollten nämlich keine Ausflüchte gebrauchen, als hätten sie in dem, was sie seit langer Zeit [S. 146] bei sich herumgetragen, noch Etwas zu ergänzen, und sollten keinen Aufschub suchen. Denn was sie vorbringen zu können glaubten, hätten sie vorgebracht, und nun gebrauchten sie aus Verlegenheit Ausflüchte. Oder wenn sie die Mareotis noch brauchten, so sollten sie keine verdächtigen Männer schicken. Der Comes stimmte mir in Betreff der verdächtigen Männer bei. Sie aber haben Alles eher als Dieß gethan. Denn die wir wegen der arianischen Häresie ablehnten, gingen schnell fort, Diognius, Maris, Theodor, Macedonius, Ursacius, Valens. Dann wieder ein Schreiben an den Eparchen von Ägypten und militärische Bedeckung. Das Auffallendste aber, und was den höchsten Verdacht erregen mußte, war, daß sie den angeklagten Makarius unter militärischer Bedeckung zurückließen, den Kläger aber mit sich fortnahmen. Wer erkennt nun hieraus das Intriguenspiel nicht? Wer nimmt nicht deutlich die Schlechtigkeit der Eusebianer wahr? Wenn es nämlich in der Mareotis zu einem Richterspruch kommen sollte, so hätte auch der Angeklagte abgesendet werden sollen. Wenn sie aber nicht wegen eines Richterspruches abgingen, warum nahmen sie den Kläger mit? Denn es hätte genügt, wenn er keinen Beweis führen konnte. Sie haben Dieß eben gethan, damit sie, weil sie den Priester in seiner Gegenwart nicht hatten überführen können, gegen den Abwesenden intriguiren und alles Beliebige gegen ihn in Bewegung setzen könnten. Denn auch den Priestern in Alexandria und in dessen ganzer Umgebung, die darüber ihre Mißbilligung aussprachen, daß sie allein erschienen wären, und die das Gesuch stellten, daß auch sie bei ihren Verhandlungen erscheinen dürften, — denn sie hätten, sagten sie, Kenntniß von der Sache und von den Vorgängen mit dem vielgenannten Ischyras, — gestatteten sie das nicht. Vielmehr untersuchten sie in Begleitung des abgefallenen Eparchen von Ägypten, Philagrius, und heidnischer Soldaten, was nicht einmal den Katechumenen zu schauen erlaubt war. Die Kleriker aber ließen sie nicht zu, damit sie nicht auch dort, wie in Tyrus, Leute fänden, die sie überführten.

 

 

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Einleitende Notizen: Schutzschrift gegen die Arianer
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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger