Titel newsletter aktuell suche Titel werke start
Athanasius (295-373) - Des hl. Athanasius Schutzschrift gegen die Arianer (Apologia contra Arianos [seu Apologia secunda])

59.

Petrus ist bei uns vor der Verfolgung Bischof gewesen und hat in der Verfolgung den Martyrertod gelitten. Dieser setzte den Melitius in Ägypten, der Bischof genannt wurde und vieler Verbrechen und des Götzenopfers überführt war, in einer gemeinsamen Synode der Bischöfe ab. Melitius aber suchte keinen Schutz bei einer andern Synode, noch suchte er sich vor der Nachwelt zu rechtfertigen, sondern veranlaßte eine Spaltung. Und seine Parteigenossen heissen seitdem nicht mehr Christen, sondern Melitianer. Zugleich begann er die Bischöfe zu schmähen und verleumdete zuerst den Petrus selbst, dann seinen [S. 130] Nachfolger Achillas und nach Achillas den Alexander. Und darin handelte er schlau und wählte sich den Absalon zum Vorbild, damit er, weil er sich der Absetzung schämte, wenigstens durch seine Verleumdungen die Einfältigen einigermaßen hintergehen könnte. Während Melitius Dieß that, tauchte auch die arianische Häresie auf. Doch in der Synode von Nicäa wurde die Häresie mit dem Anathem belegt, und die Arianer wurden ausgeschlossen, die Melitianer in gewisser Weise aufgenommen, und es ist jetzt nicht mehr nöthig, hievon die Ursache anzugeben. Es waren nun noch nicht fünf Monate verflossen, als der selige Alexander starb.1 Die Melitianer aber, welche sich hätten ruhig verhalten und welche hätten dankbar sein sollen, daß sie überhaupt aufgenommen worden waren, setzten, da sie nach Art der Hunde nicht vergaßen, was sie ausgespieen hatten, wieder die Kirchen in Verwirrung. Als nun Eusebius hievon Kenntniß erhalten hatte, so sendete er, da er das Haupt der Arianer war, an die Melitianer und erkaufte sie mit vielen Versprechungen, schloß mit ihnen insgeheim Freundschaft und setzte mit ihnen auch eine bestimmte Zeit fest. Anfangs nun sendete er an mich und bat mich, ich möchte die Arianer aufnehmen, so zwar, daß er mündlich drohte, schriftlich aber bat. Als ich mich aber weigerte und erklärte, daß die nicht aufgenommen werden könnten, die eine der Wahrheit widersprechende Häresie erfunden hätten und von der ökumenischen Synode mit dem Anathem belegt worden wären, veranlaßte er auch den Kaiser, den seligen Constantin, an mich zu schreiben, der die Drohung aussprach, es [S. 131] sollte mir, wenn ich die Arianer nicht aufnähme, das zustoßen, was mir früher und jetzt zugestoßen ist. Hier folgt der betreffende Theil des Briefes. Die Überbringer des Briefes waren Synkletius und Gaudentius aus dem Palaste.

Abschnitt aus dem Briefe des Kaisers Constantin.

„Da du also meinen Willen kennst, so gewähre Allen, die in die Kirche eintreten wollen, ungehinderten Eintritt. Denn wenn ich erfahre, daß du Jemand von denen, welche die Kirchengemeinschaft suchen, nicht aufgenommen oder ihm den Eintritt verwehrt hast, so werde ich sogleich Jemand schicken, der auf meinen Befehl dich absetzen und aus deinem Wohnsitze vertreiben wird.“

1: Aus dieser Stelle schloßen Einige, daß Athanasius im Jahre 326 Bischof geworden sei, weil das Concil von Nicäa 325 stattfand. Larsow widerlegt diese Ansicht in seiner Ausgabe der Festbriefe des hl. Athanasius S. 26 Anm. 2. Es solle hier nur gesagt werden, daß Alexander fünf Monate nach der Aufnahme der Melitianer gestorben sei. Die Synode von Nicäa habe nach den Akten des Metrophanes und Alexander bei Photius drei und ein halbes Jahr gedauert.

 

 

Informationen
Quellenangabe
Inhaltsverzeichnis
Einleitende Notizen: Schutzschrift gegen die Arianer
Bilder Vorlage

Navigation
. . Mehr
. . 51.
. . 52.
. . 53.
. . 54.
. . 55.
. . 56.
. . 57.
. . 58.
. . 59.
. . 60.
. . 61.
. . 62.
. . 63.
. . 64.
. . 65.
. . 66.
. . 67.
. . Mehr

Titel Top Back Next
 
Kontakt: Griechische Patristik und orientalische Sprachen - Miséricorde - Av. Europe 20 - CH-1700 Fribourg
Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger