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Athanasius (295-373) - Des hl. Athanasius Schutzschrift gegen die Arianer (Apologia contra Arianos [seu Apologia secunda])

51.

Als Dieß der fromme Kaiser Constantius vernommen hatte, rief er uns herbei, indem er eigenhändig an seinen Bruder, den seligen Constans, schrieb, und einmal an uns, und auch ein zweites und drittes Mal, in folgender Weise:

Constantius Augustus der Siegreiche an Athanasius

Die Menschenfreundlichkeit unserer Milde gab nicht zu, daß du von den wilden Wogen des Meeres lange umtost und bestürmt werdest. Unsere unermüdliche Frömmigkeit nahm es nicht gleichgiltig hin, daß du des heimathlichen Heerdes verlustig und der Deinigen beraubt in unwegsamen, von wilden Thieren bewohnten Gegenden umherirrtest. So lange ich daher auch zögerte, den Entschluß meines Herzens dir schriftlich mitzutheilen, indem ich warten wollte, bis du aus eigenem Antrieb zu uns kämest und uns bätest, deinen Mühsalen zu steuern, so haben wir, da vielleicht die Furcht der Ausführung deines Willens im Wege stand, deßhalb an deine Standhaftigkeit ein Schreiben gesandt, das mit reichem Geschenke gefüllt ist, damit du dich bestrebest, ohne Furcht bald unsere Augen mit deiner Gegenwart zu erfreuen, und du, indem dein Verlangen gestillt wird und du unsere [S. 120] Menschenfreundlichkeit erfahrest, den Deinigen zurückgegeben werdest. Denn deßhalb habe ich auch meinen Herrn und meinen Bruder Constans, den siegreichen Augustus, für dich gebeten, er möge dir erlauben zu kommen, damit du mit unserer beiderseitigen Zustimmung deiner Heimath wieder zurückgeben werdest und Dieß als Unterpfand unserer Gnade besitzest.

Zweiter Brief.

Haben wir wohl schon im ersten Schreiben dir zu verstehen gegeben, du mögest unbesorgt dich an unsern Hof verfügen, weil es unser innigster Wunsch ist, dich in die Heimath zu entsenden, so haben wir auch jetzt diesen Brief an deine Standhaftigkeit gesendet und laden dich in demselben ein, du mögest, frei von jedem Mißtrauen und jeder Furcht, die öffentlichen Fuhrwerke besteigen und zu uns eilen, damit du dein Verlangen befriedigen könnest.

Dritter Brief.

Als wir in Edessa1 weilten, beschloßen wir in Anwesenheit deiner Priester, an dich einen Priester zu senden, damit du schnell an unsern Hof kämest und, nachdem du unser Angesicht gesehen, sogleich nach Alexandria reisen möchtest. Da aber eine sehr lange Zeit verstrichen war, seit du den Brief von uns empfingst, und du nicht gekommen bist, so wollten wir deßhalb auch jetzt dich erinnern, damit du doch jetzt dich bestrebest, uns mit deiner baldigen Gegenwart zu beehren, und du so deinem Vaterland zurückgegeben und deines Wunsches theilhaftig werden könnest. Um dir die Sache umständlicher auseinanderzusetzen, haben wir den [S. 121] Diakon Achitas abgesandt, der dir mittheilen kann, was wir in unserm Herzen beabsichtigen, und daß du deine Wünsche wirst erreichen können.

So also schreibt der Kaiser. Ich aber ging nach Empfang des Briefes nach Rom, um mich von der Kirche und dem Bischof zu verabschieden. Ich befand mich nämlich, als das an mich geschrieben wurde, in Aquileja. Und die Kirche war von unendlicher Freude erfüllt. Der Bischof Julius theilt die Freude über unsere Rückkehr und schreibt an die Kirche. Und wo wir später durchreisten, begleiteten uns die Bischöfe in Frieden. Folgendes ist der Inhalt des Briefes.

Julius an die Priester, Diakonen und das Volk, das in Alexandria wohnt.

1: Stadt in Mesopotamien, heutzutage Ursa, im christlichen Alterthum eine heilige Stadt mit den irdischen Ueberresten des hl. Apostels Thomas, sowie ein Sitz christlicher Gelehrsamkeit.

 

 

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Inhaltsverzeichnis
Einleitende Notizen: Schutzschrift gegen die Arianer
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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger