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Athanasius (295-373) - Des hl. Athanasius Schutzschrift gegen die Arianer (Apologia contra Arianos [seu Apologia secunda])

45.

Sie wichen aber, geliebte Brüder, nicht bloß aus, [S. 111] weil sie Diese verleumdet hatten, sondern auch, weil sie sahen, daß Solche, die verschiedene Anklagen gegen sie erhoben, angekommen waren. Denn es kamen Fesseln und Ketten zum Vorschein und Menschen, die aus der Verbannung zurückgekehrt waren. Von denen, die noch in der Verbannung zurückgehalten wurden, waren Amtsgenossen gekommen, sowie Verwandte und Freunde derer erschienen, die durch sie den Tod gefunden hatten. Aber das Wichtigste war, daß Bischöfe zugegen waren, von denen einer Eisen und Ketten zeigte, die er ihretwegen getragen hatte, die andern aber von dem Tode Zeugniß gaben, auf den ihre Verleumdung es absah. Denn so weit gingen sie in ihrem Wahnsinn, daß sie Bischöfe zu tödten versuchten und getödtet hätten, wenn sie ihren Händen nicht entronnen wären. Den Tod fand1 wenigstens unser Amtsgenosse, der selige Theodulus, der ihrer Verleumdung sich durch die Flucht entzog; denn wegen ihrer Verleumdung war seine Hinrichtung befohlen worden. Andere aber zeigten Verwundungen mit Schwertern, wieder Andere erhoben Klagen, daß sie durch sie Hunger gelitten hätten, und das bezeugten nicht die nächstbesten Menschen, sondern es gab ganze Kirchen, in deren Auftrag die Ankömmlinge und Gesandten uns Nachricht gaben von Soldaten mit Schwertern bewaffnet, von Volkshaufen, die Keulen trugen, von Drohungen der Richter, von Unterschiebung erdichteter Schreiben. Denn es wurde ein erdichtetes Schreiben des Theognius gegen unsere Amtsgenossen Athanasius, Marcellus und Asklepas vorgelesen, um auch die Kaiser [S. 112] gegen sie zu reizen. Und das bewiesen die damaligen Diakonen des Theognius. Ausserdem hörten wir von Entblößungen der Jungfrauen, Niederbrennen von Kirchen, Einsperren von Kirchendienern, und das aus keinem andern Grunde, als wegen der verrufenen Häresie der Ariomaniten. Denn die sich der Gemeinschaft mit ihnen weigerten, mußten sich Solches gefallen lassen. Als sie nun das merkten, waren sie unschlüssig, was sie thun sollten. Denn sie schämten sich, ihre Thaten einzugestehen. Da aber diese nicht mehr verborgen bleiben konnten, so gingen sie nach der Stadt Sardica, um durch ihre Ankunft den Schein und die Muthmassung zu erregen, als hätten sie sich Nichts zu Schulden kommen lassen. Als sie aber die sahen, welche von ihnen waren verleumdet worden, und denen sie Unbilden zugefügt hatten, und die Ankläger, die sie überführen konnten, vor Augen hatten, so wollten sie auf die Einladung nicht kommen, obschon unsere Amtsgenossen Athanasius, Marcellus und Asklepas sehr freimüthig zu Werke gingen, sich beschwerten und in sie drangen und sie herausforderten und sich anheischig machten, nicht nur die Verleumdung zu widerlegen, sondern auch nachzuweisen, wie viele Vergehungen sie sich gegen ihre Kirchen hätten zu Schulden kommen lassen. Sie aber wurden wegen ihres schlechten Gewissens von so großer Furcht ergriffen, daß sie flohen und durch ihre Flucht sich als Verleumder enthüllten und ihre Vergehungen durch die Flucht eingestanden.

1: Er fand ihn nicht wirklich, sondern hätte ihn gefunden, wenn er nicht entronnen oder wenn er seinen Verfolgern in die Hände gefallen wäre. Ebendahin spricht sich Athanasius in der Geschichte der Arianer an die Mönche K. 19 aus. Daselbst ist berichtet, daß Theodulus und Olympius nach einem Dekret des Constantius hingerichtet werden sollten, wenn sie irgendwo getroffen würden. Und zwar sei dieses Dekret zuerst durch die Eusebianer veranlaßt, auf Betrieb der in der Synode von Sardica verurtheilten Bischöfe aber wieder aufgefrischt worden.

 

 

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Einleitende Notizen: Schutzschrift gegen die Arianer
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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger