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Athanasius (295-373) - Des hl. Athanasius Schutzschrift gegen die Arianer (Apologia contra Arianos [seu Apologia secunda])

44.

Vieles wagten oft die Ariomaniten gegen die Knechte Gottes, die den rechten Glauben bewahren. Denn indem sie eine falsche Lehre einschmuggelten, suchten sie die Rechtgläubigen zu verdrängen. Sie erhoben sich bereits so heftig gegen den Glauben, daß es auch der Gottesfurcht der frommen Kaiser nicht verborgen blieb. Unter der Mitwirkung der Gnade Gottes versammelten uns also die gottesfürchtigen Kaiser selbst aus verschiedenen Eparchieen und Städten, und sie ermöglichten es, daß diese heilige Synode in der Stadt Sardica gehalten wurde, damit jeder Zwist gehoben und nach Beseitigung jedes Irrglaubens von Allen die Gottesfurcht allein bewahrt werde. Denn es kamen auch die orientalischen Bischöfe, gleichfalls von den gottesfürchtigen Kaisern veranlaßt, vorzugsweise wegen ihrer oftmaligen Ausstreuungen über unsere geliebten Brüder und Amtsgenossen Athanasius, Bischof von Alexandria, und Marcellus, Bischof von Ankyrogalatien. Denn vielleicht sind ihre Verleumdungen auch zu euch gedrungen, und vielleicht haben sie auch euere Ohren zu erschüttern gesucht, damit ihr glaubet, was sie gegen die Unschuldigen sagen, und sie dem Verdacht ihrer bösen Häresie vorbauen. Aber es war ihnen nicht gestattet, das lange zu treiben. Denn der Herr ist das Haupt der Kirchen, der für sie und uns alle den Tod litt und durch sich uns allen den Zugang zum Himmel gewährt hat. Da also die Eusebianer bei Julius, unserm Amtsgenossen, dem Bischof der römischen Kirche, gegen unsere vorgenannten Amtsgenossen, nämlich [S. 110] Athanasius, Marcellus und Asklepas, schriftlich ihre Anklagen vorgebracht hatten, schrieben auch die Bischöfe der übrigen Gegenden und bezeugten die Unschuld unseres Amtsgenossen Athanasius, und daß die Unternehmungen der Eusebianer nur auf Lüge beruhten und voll Verleumdung wären. Wenn nun ihre Verleumdung vorzugsweise daraus, daß sie dem Rufe unseres geliebten Amtsgenossen Julius nicht folgten, offenkundig geworden ist, so ist sie auch aus dem offenkundig geworden, was Julius selbst schrieb. Denn sie wären gekommen, wenn ihre Thaten ihnen Zutrauen eingeflößt hätten, sowie das, was sie gegen unsere Amtsgenossen unternommen haben. Zugleich bewiesen sie mit dem, was sie in dieser heiligen und großen Synode thaten, noch augenscheinlicher ihre Intriguen. Denn als sie nach ihrer Ankunft in der Stadt Sardica unsere Brüder Athanasius, Marcellus, Asklepas und die Übrigen sahen, fürchteten sie sich zur richterlichen Untersuchung zu kommen. Und nicht ein Mal, oder zwei Mal, sondern oft eingeladen, hörten sie auf die Einladungen nicht. Und obschon wir Bischöfe alle gekommen waren, und sogar der hochbetagte Hosius, der wegen seines Alters und als Bekenner und wegen Ertragung so vieler Mühsal aller Verehrung würdig ist, und wir auf sie warteten und sie aufforderten, sich an der richterlichen Untersuchung zu betheiligen, damit sie, was sie in Abwesenheit unserer Amtsgenossen gegen dieselben verbreitet und geschrieben hatten, das jetzt anwesend beweisen könnten, so folgten sie, wie gesagt, der Einladung doch nicht und zeigten hierin ihre Ränke, indem sie fast laut durch ihre Ablehnung die Verfolgung und Hinterlist zu erkennen gaben, deren sie sich schuldig gemacht haben. Denn die auf ihre Aussagen vertrauen, können ihren Gegnern auch vor die Augen treten. Da sie aber nicht kamen, so glauben wir, es könne nunmehr Keinem unbekannt sein, mögen sie auch wieder Kniffe machen wollen, daß sie, ohne einen Beiweis zu haben, unsere Amtsgenossen in ihrer Abwesenheit verleumden, den anwesenden aber ausweichen.

 

 

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Einleitende Notizen: Schutzschrift gegen die Arianer
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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger