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Athanasius (295-373) - Des hl. Athanasius Schutzschrift gegen die Arianer (Apologia contra Arianos [seu Apologia secunda])

42.

Auch jene Intrigue und Verleumdung wurde Allen offenbar, welcher sie ferner gegen ihn sich bedienten. Sie [S. 107] sagten nämlich und schlugen Lärm, Athanasius habe einen Mord vollbracht und einen gewissen Arsenius, einen melitianischen Bischof, getödtet. Darüber stießen sie wie Schauspieler verstellte Seufzer aus und vergoßen falsche Thränen und verlangten, es solle der Leichnam des Gemordeten herausgegeben werden, da er doch am Leben war. Aber es waren ihre Schliche nicht unbekannt. Denn Alle wußten, daß der Mann lebe und unter den Lebenden zu finden sei. Und als sie, die zu Allem schnell bereit waren, sahen, daß diese ihre Lügen entdeckt werden würden, — denn der lebende Arsenius selbst bewies, daß er nicht gemordet und nicht todt sei, — so ruhten sie dessen ungeachtet nicht, sondern ersannen neue Ränke zu den frühern Ränken, um mit neuen Kunstgriffen den Mann zu verleumden. Wozu führte nun das, Geliebte? Unser Bruder Athanasius ließ sich nicht aus der Fassung bringen, sondern mit festem Vertrauen forderte er sie auch deßhalb in die Schranken, und wir baten sie und munterten sie auf, sie möchten zur Untersuchung kommen und, wenn sie könnten, den Beweis führen. O große Anmassung, o schrecklicher Übermuth, oder vielmehr, wenn man die Wahrheit sagen soll, o schlechtes und schuldiges Gewissen! Denn das ist Allen klar geworden. Deßhalb, geliebte Brüder, erinnern und ermahnen wir euch, vor Allem am rechten Glauben der katholischen Kirche festzuhalten. Denn ihr habt viel Schreckliches und Hartes gelitten, und die katholische Kirche duldete viel Schmach und Ungerechtigkeit, aber wer ausharret bis ans Ende, der wird gerettet werden.1 Wenn sie es also wagen sollten, noch Etwas gegen euch zu thun, so soll die Trübsal euch Freude machen. Denn solche Leiden sind ein theilweises Martyrium, und diese euere Bekenntnisse und Qualen sind nicht ohne Lohn, sondern ihr werdet von Gott den Kampfpreis erhalten. Kämpfet deßhalb vorzugsweise für den gesunden Glauben und für die Unschuld eueres Bischofs, unseres [S. 108] Amtsgenossen Athanasius. Denn auch wir schwiegen nicht und waren nicht unbesorgt, um euch der Sorgen zu überheben. Vielmehr trugen wir Sorge und haben gethan, was die Liebe fordert. Denn wir tragen Mitleid mit unsern leidenden Brüdern und halten ihre Leiden für die unsrigen, und wir vermischten unsere Thränen mit eueren Thränen. Nicht ihr allein habt gelitten, Brüder, sondern auch viele andere unserer Amtsgenossen haben bei ihrer Ankunft solchen Jammer erhoben.

1: Matth. 10, 22.

 

 

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Einleitende Notizen: Schutzschrift gegen die Arianer
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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger