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Athanasius (295-373) - Des hl. Athanasius Schutzschrift gegen die Arianer (Apologia contra Arianos [seu Apologia secunda])

37.

Auch bevor wir das Schreiben eurer Frömmigkeit empfingen, war uns nicht unbekannt, sondern wir wußten sehr wohl, daß die Häupter der verrufenen Häresie der Arianer viele schreckliche Dinge wohl mehr zum Verderben ihrer Seele als zum Nachtheil der Kirche unternahmen. Denn darin bestand ihre Kunst und Verschlagenheit, und diesen todbringenden Vorsatz haben sie beständig in sich getragen, daß sie sich bemühten, Alle, welche wo nur immer dem rechten Glauben angehören und sich an die von den Vätern ihnen überlieferte Lehre der katholischen Kirche halten, zu vertreiben und zu verfolgen. Denn gegen die Einen erhoben sie erdichtete Beschuldigungen, Andere schickten sie in die Verbannung, wieder Andere suchten sie durch die verhängten Strafen aufzureiben. Gewiß waren sie auch bestrebt, der Unschuld unseres Bruders und Mitbischofes Athanasius mit Gewalt und Tyrannei beizukommen, und deßhalb ist ihr Richterspruch weder sorgfältig noch zuverlässig noch überhaupt gerecht gewesen. Weil sie also deßhalb weder ein Vertrauen auf ihre Possenspiele setzten noch auf das, was sie gegen ihn ausbreiteten, sondern vielmehr sahen, daß sie hiefür keine richtigen Beweise führen könnten, wenn sie in der Stadt Sardica wären, so wollten sie zur Synode aller heiligen Bischöfe nicht kommen. Daraus ergibt sich deutlich, daß die Entscheidung unseres Bruders und Mitbischofs Julius gerecht war. Denn nicht unüberlegt hat er den Ausspruch gethan, sondern unter Anwendung großer Sorgfalt entschieden, so daß wir nicht das geringste Bedenken haben konnten, mit unserm Bruder Athanasius in Gemeinschaft zu treten. Denn er hatte achtzig Bischöfe als zuverlässige Zeugen. Auch darin handelte er [S. 101] nach dem Rechte, daß er mit Hilfe seiner Priester, unserer geliebten Brüder, und auf schriftlichem Wege mit den Eusebianern verhandelte, die sich nicht auf eine richterliche Entscheidung, sondern vielmehr auf Gewalt verließen. Deßhalb befestigten alle Bischöfe von allen Seiten ihre Gemeinschaft mit Athanasius wegen seiner Unschuld. Auch den folgenden Umstand möge euere Liebe beherzigen. Als er zur heiligen in Sardica versammelten Synode gekommen war, da richteten wir, wie gesagt, schriftlich und ungeschriebene Mahnungen an die Orientalen und luden sie ein, zu erscheinen. Jene aber begannen, weil ihr Gewissen sie verurtheilte, unter ungeziemenden Vorwänden die richterliche Untersuchung abzulehnen. Denn sie verlangten, wir sollten den Unschuldigen gleich einem Schuldigen aus unserer Gemeinschaft ausschließen, ohne zu bedenken, wie ungeziemend, ja geradezu unmöglich das war. Auch von dem in der Mareotis aufgenommenen Beweismaterial stand fest, daß es von ganz verworfenen und verkommenen jungen Leuten, denen man nicht den niedrigsten Grad im Klerus hätte anvertrauen mögen, einseitig gesammelt worden war. Denn weder unser Bruder, Bischof Athanasius, noch der von ihnen angeklagte Priester Makarius waren zugegen. Zudem war ihre Frageweise oder vielmehr ihr Zuflüstern voll von jeder Schmach. Denn es wurden theils Heiden theils Katechumenen gefragt, nicht, damit sie sagten, was sie wußten, sondern damit sie logen, was ihnen von denselben beigebracht worden war. Denn von euch Priestern, die ihr wegen der Abwesenheit eueres Bischofs die Sorge auf euch nahmet und bei der Untersuchung zugegen sein, die Wahrheit beweisen und die Lüge widerlegen wolltet, ist keine Erwähnung geschehen. Denn sie duldeten euere Anwesenheit nicht, sondern trieben sogar unter Hohn euch fort. Obschon zumeist auch hieraus das Intriguengewebe Allen klar war, so fanden wir gleichwohl, als die Untersuchungsakten vorgelesen wurden, daß Ischyras, der Erzbösewicht, der zum Lohn für seine Verleumdung von ihnen den leeren Namen eines Bischofs erhielt, selbst bewies, daß er ein Verleumder sei. [S. 102] Denn Ischyras selbst plaudert in diesen Akten aus, daß er gerade zur Zeit, da nach seiner Versicherung Makarius in seine Kammer kam, krank darnieder lag. Und dennoch wagten die Eusebianer zu schreiben, daß Ischyras damals stand und opferte, als Makarius erschien.

 

 

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Einleitende Notizen: Schutzschrift gegen die Arianer
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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger