Titel newsletter aktuell suche Titel werke start
Athanasius (295-373) - Des hl. Athanasius Schutzschrift gegen die Arianer (Apologia contra Arianos [seu Apologia secunda])

36.

Das hatte die Synode in Rom durch Julius, den Bischof in Rom, geschrieben. Als nun die Eusebianer wieder unverschämt waren und die Kirchen in Verwirrung setzten und Viele verfolgten, so ließen die gottesfürchtigen Kaiser Constantius und Constans, als sie hievon Kenntniß erhalten hatten, an die Bischöfe des Abendlandes und Morgenlandes die Aufforderung ergehen, sich in der Stadt Sardica zu versammeln. Eusebius war nun inzwischen gestorben. Als daher von allen Seiten sehr Viele zusammengekommen waren, so forderten wir die Anhänger des Eusebius vor Gericht. Sie aber, da ihnen ihre Thaten vor Augen schwebten, und da sie ihre Ankläger erscheinen sahen, fürchteten den Richterspruch. Denn da Alle ohne Begleitung kamen, führten sie wieder zwei Comites mit sich, den Musonianus und den Hesychius Castresius, um nach ihrer Gewohnheit mit Hilfe ihrer Macht durchzusetzen, was sie wollten. Als aber die Synode ohne Comites gehalten wurde und kein Soldat zu derselben Zutritt erhielt, da erschracken sie, weil sie von ihrem Gewissen gefoltert wurden. Denn nicht mehr, wie ihnen beliebte, wurde über sie Gericht gehalten, sondern wie die Wahrheit es verlangte. Wir luden sie nun oft vor und die Synode der Bischöfe lud sie vor und sagte: Ihr seid gekommen, um gerichtet zu werden; warum also, nachdem ihr gekommen seid, macht ihr Anstände? Denn ihr hättet entweder nicht kommen oder, nachdem ihr gekommen seid, euch nicht entziehen sollen. Denn dadurch sprechet ihr euch am meisten das Urtheil. Sehet, es ist Athanasius da mit seinen Anhängern, die ihr in ihrer Abwesenheit anklagtet, damit ihr sie, wenn [S. 99] ihr Etwas gegen sie zu haben glaubt, in ihrer Gegenwart überführet. Könnt ihr das aber nicht und stellt ihr euch, als ob ihr es nicht wolltet, so seid ihr offenkundige Intriguanten, und es wird euch von der Synode dieser Urtheilsspruch zu Theil werden. Da, als sie das hörten und ihr Unrecht nicht in Abrede stellen konnten, — denn sie wußten, was sie gethan und gegen uns erdichtet hatten — scheuten sie sich zu kommen und verriethen ihre vielen schändlichen Intriguen gegen uns. Die heilige Synode mißbilligte also ihr ungeziemendes und verdächtiges Wegbleiben und ließ uns zur Vertheidigung zu. Und als wir mit Zeugen und Beweisen darlegten, was gegen uns geschehen war, da wurden sie mit Staunen erfüllt, und Alle erkannten, daß sie deßhalb mit Recht die Synode fürchteten, um nicht offen überführt zu werden. Und sie sagten: Vielleicht kamen sie in der Voraussetzung vom Morgenlande, daß Athanasius und seine Anhänger nicht erscheinen würden, weil sie die Flucht ergreifen, sobald sie sehen, daß sie ihrer Sache vertrauen und auf richterliche Entscheidung dringen. Uns also nahmen sie auf als Solche, denen Unrecht zugefügt worden, und die ohne Grund angeklagt wurden, und bekräftigten noch mehr die Gemeinschaft und das Liebesverhältniß mit uns. Die Theilnehmer an der Bosheit des Eusebius aber, die sich besonders anmaßend gezeigt hatten, verurtheilten sie: den Theodor von Heraklea, den Narcissus von Neronias, den Acacius von Cäsarea, den Stephanus von Antiochia, den Ursacius und Valens von Pannonien, den Menophantus von Ephesus, den Georgius von Laodicea, und sie schrieben an alle Bischöfe des Erdkreises und an die Diöcese eines Jeden der Gekränkten Folgendes.

Sendschreiben der in Sardica versammelten Synode.

Die heilige Synode, die durch Gottes Gnade in Sardica versammelt ist, aus Rom, Spanien, Gallien, Italien, Campanien, Calabrien, Apulien, Afrika, Sardinien, [S. 100] Pannonien, Mysien, Dacien, Noricum, Siscien, Dardanien, dem zweiten Dacien, Macedonien, Thessalien, Achaia, Epirus, Thracien, Rhodope, Palästina, Arabien, Kreta, Ägypten, den Priestern, Diakonen und der ganzen heiligen Kirche Gottes, die in Alexandria ihren Sitz hat, den geliebten Brüdern, Gruß im Herrn!

 

 

Informationen
Quellenangabe
Inhaltsverzeichnis
Einleitende Notizen: Schutzschrift gegen die Arianer
Bilder Vorlage

Navigation
. . Mehr
. . 28.
. . 29.
. . 30.
. . 31.
. . 32.
. . 33.
. . 34.
. . 35.
. . 36.
. . 37.
. . 38.
. . 39.
. . 40.
. . 41.
. . 42.
. . 43.
. . 44.
. . Mehr

Titel Top Back Next
 
Kontakt: Griechische Patristik und orientalische Sprachen - Miséricorde - Av. Europe 20 - CH-1700 Fribourg
Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger