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Athanasius (295-373) - Des hl. Athanasius Schutzschrift gegen die Arianer (Apologia contra Arianos [seu Apologia secunda])

34.

Da also Dieß in dieser Weise hinterbracht wurde [S. 95] und in dieser Weise die Kirchen litten und verfolgt wurden, wie die Boten versicherten, wer hat das Feuer der Zwietracht angefacht? Wir, die wir hierüber Schmerz empfinden und mit den leidenden Brüdern Mitleid fühlen, oder die, welche Solches gethan haben? Denn ich wundere mich, wie ihr, obschon dort eine so großartige Verwirrung in jeder Kirche war, daß wegen derselben die, welche kamen, hieher gegangen sind, dennoch schreiben konntet, daß in den Kirchen Eintracht geherrscht habe. So Etwas geschieht aber nicht zur Erbauung der Kirche, sondern zu ihrer Vernichtung, und die hierüber sich freuen, sind nicht Söhne des Friedens, sondern der Verwirrung. Unser Gott aber ist nicht ein Gott der Verwirrung, sondern des Friedens. Deßhalb, Gott und der Vater unsers Herrn Jesus Christus weiß es, weil ich für euern Ruf besorgt war und wünschte, daß in den Kirchen nicht Verwirrung herrsche, sondern daß sie in der Weise fortbeständen, wie sie von den Aposteln eingerichtet wurden, erachtete ich es für nöthig, Dieß an euch zu schreiben, damit ihr endlich einmal die verabscheut, welche durch ihre gegenseitige Gehässigkeit die Kirchen in einen solchen Zustand versetzen. Denn ich vernehme, daß einige Wenige an Allem die Schuld tragen. Bestrebet euch als Solche, die ein mitleidiges Herz haben, wie schon gesagt, das, was gegen die Kirchengesetze gefehlt wurde, wieder recht zu machen, damit, wenn auch Etwas im Voraus übersehen wurde, Dieß durch euern Eifer geheilt werde. Schreibet nicht: Du hast die Gemeinschaft mit Marcellus und Athanasius der unsrigen vorgezogen. Denn das sind nicht Kundgebungen des Friedens, sondern des Zankes und Bruderhasses. Deßhalb habe ich ja auch das Vorhergehende geschrieben, damit ihr euch überzeuget, daß wir sie nicht mit Unrecht aufgenommen haben, und ihr einmal diesem Gezänke ein Ende macht. Denn wäret ihr gekommen, und wären sie, falls sie keine gründlichen Beweise für sich hätten vorbringen können, verurtheilt worden, so hättet ihr so Etwas mit Recht geschrieben.1 Da wir [S. 96] aber, wie gesagt, in gesetzmäßiger und nicht in ungerechter Weise mit ihnen in Gemeinschaft traten, so bitte ich euch um Christi willen, lasset die Glieder Christi nicht zerreissen und laßt euch nicht von Vorurtheilen einnehmen, sondern ziehet den Frieden des Herrn vor. Denn es ist nicht erlaubt und nicht gerecht, wegen der Engherzigkeit Einiger die, welche nicht verurtheilt worden sind, von sich zu weisen und dadurch den Geist zu betrüben. Glaubt ihr aber, daß ihr gegen sie einen Beweis führen und sie offen überführen könnt, so sollen die kommen, welche es wollen. Denn sie selbst erklärten sich bereit, das, worüber sie uns Mittheilung machten, darzulegen und zu beweisen.

1: Wenn wir nämlich trotz ihrer Verurtheilung die Gemeinschaft mit ihnen nicht aufgegeben hätten.

 

 

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Einleitende Notizen: Schutzschrift gegen die Arianer
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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger