Titel newsletter aktuell suche Titel werke start
Athanasius (295-373) - Des hl. Athanasius Schutzschrift gegen die Arianer (Apologia contra Arianos [seu Apologia secunda])

30.

Jetzt aber weiß ich nicht, in welcher Weise das Geschehene geschehen ist. Denn erstens, wenn man die Wahrheit sagen soll, hätte Niemand dem Urteilsspruch der Synode vorgreifen sollen, wenn wir zu einer Synode einluden. Ferner hätte nicht eine solche Neuerung in der Kirche stattfinden sollen. Denn was ist das für ein Kirchengesetz oder was für eine apostolische Überlieferung, daß, obschon die Kirche ruhig ist und so viele Bischöfe mit Athanasius, dem Bischof von Alexandria, in Eintracht leben, man den Gregorius hinsendet, welcher der Stadt fremd, in derselben nicht [S. 91] getauft und den Meisten unbekannt ist, ohne von den Priestern, ohne von den Bischöfen, ohne vom Volk verlangt worden zu sein, daß man ihn vielmehr in Antiochia weiht und nach Alexandria sendet, nicht mit Priestern, nicht mit Diakonen der Stadt, nicht mit Bischöfen aus Ägypten, sondern mit Soldaten? Denn darüber sprachen und beschwerten sich die, welche hieher kamen. Denn hätte man auch den Athanasius nach der Synode schuldig gefunden, so hätte die Weihe nicht in so gesetzwidriger Weise und im Widerspruch mit den Kirchengesetzen geschehen, sondern es hätten in der Kirche selbst, aus dem Priesterstande selbst, aus dem Klerus selbst die Bischöfe in der Eparchie einen Bischof weihen, und es hätten nicht die apostolischen Vorschriften umgangen werden sollen. Denn hättet ihr, wenn gegen Einen von euch so Etwas geschehen wäre, nicht euere Stimme erhoben, hättet ihr nicht Bestrafung verlangt, weil die Kirchengesetze verletzt seien? Geliebte, wie in Gottes Gegenwart sprechen wir der Wahrheit gemäß es aus und sagen, daß das nicht gottesfürchtig ist, noch gerecht, noch kirchlich. Denn auch, was von Gregor bei seinem Einzug geschehen sein soll, läßt erkennen, wie es mit seiner Weihe bestellt ist. Denn in so friedlichen Zeiten, wie die selbst meldeten, die von Alexandria kamen, und wie die Bischöfe1 schrieben, gab es in der Kirche einen Brand, wurden Jungfrauen entblößt, Einsiedler mit Füßen getreten, Priester und viele Laien mißhandelt und ihnen Gewalt angethan, Bischöfe ins Gefängniß geworfen, Viele herumgeschleift. Die heiligen Geheimnisse, wegen deren sie den Priester Makarius beschuldigten, wurden von den Heiden geplündert und auf die Erde geworfen, damit Einige sich der Einsetzung des Gregorius fügten. Solche Dinge aber zeigen, wer die Kirchengesetze verletze. Denn wäre die Weihe gesetzlich gewesen, so hätte er nicht in ungesetzlicher Weise die zum Gehorsam genöthigt, die ihm nach dem Gesetze den Gehorsam verweigerten. Und obschon Dieß geschah, schreibt ihr doch, [S. 92] daß tiefer Friede in Alexandria und Ägypten geherrscht habe. Da müßte wahrlich das Geschäft des Friedens ein anderes geworden sein, wenn ihr solche Zustände Frieden nennt.

1: Die arianischen.

 

 

Informationen
Quellenangabe
Inhaltsverzeichnis
Einleitende Notizen: Schutzschrift gegen die Arianer
Bilder Vorlage

Navigation
. . Mehr
. . 22.
. . 23.
. . 24.
. . 25.
. . 26.
. . 27.
. . 28.
. . 29.
. . 30.
. . 31.
. . 32.
. . 33.
. . 34.
. . 35.
. . 36.
. . 37.
. . 38.
. . Mehr

Titel Top Back Next
 
Kontakt: Griechische Patristik und orientalische Sprachen - Miséricorde - Av. Europe 20 - CH-1700 Fribourg
Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger