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Athanasius (295-373) - Des hl. Athanasius Schutzschrift gegen die Arianer (Apologia contra Arianos [seu Apologia secunda])

29.

Da also Dieß in dieser Weise ausgesagt wurde und so viele Zeugen zu seinen Gunsten sprachen und er so Vieles zu seiner Rechtfertigung vorbrachte, was hätten wir thun sollen? Oder was verlangt das Kirchengesetz [S. 90] anders, als den Mann nicht zu verurtheilen, sondern ihn vielmehr aufzunehmen und als Bischof zu betrachten, wie wir auch thaten? Denn abgesehen von all dem blieb er hier ein Jahr und sechs Monate und wartete auf euere Ankunft oder die Ankunft derer, die kommen wollten. Durch sein Erscheinen aber beschämte er Alle, weil er nicht erschienen wäre, wenn er keine Zuversicht gehabt hätte. Denn er ist nicht aus eigenem Antrieb gekommen, sondern weil er von uns eine schriftliche Einladung empfangen hatte, wie wir auch an euch schrieben. Und gleichwohl habt ihr trotz so Vielem uns getadelt, als hätten wir gegen die Kirchengesetze gehandelt. Erwäget nun, wer gegen die Kirchengesetze gehandelt hat, wir, die wir bei so vielen Beweisen den Mann aufgenommen haben, oder die, welche in einer Entfernung von sechsunddreissig Stationen1 in Antiochia einen Fremdling zum Bischof ernannten und mit Militärmacht nach Alexandria sandten? Das geschah nicht einmal damals, als er nach Gallien in die Verbannung geschickt wurde. Es wäre aber auch damals geschehen, wenn er wirklich überführt worden wäre. Er fand darum ja auch bei seiner Rückkehr eine verwaiste und auf ihn harrende Kirche.

1: Eigentlich Mansionen oder Herbergen, die je eine Tagreise von einander entfernt waren. Auch nach dem Itinerarium (Reisekarte) des Antonin war Antiochia 36 Stationen von Alexandria entfernt.

 

 

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Einleitende Notizen: Schutzschrift gegen die Arianer
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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger