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Athanasius (295-373) - Des hl. Athanasius Schutzschrift gegen die Arianer (Apologia contra Arianos [seu Apologia secunda])

28.

Er erhob auch Beschwerde, daß die, welche nach der Mareotis abgingen, ohne seine Zustimmung dahin abgegangen seien. Er sagte nämlich, daß sie den Theognius, Maris, Theodor, Ursacius, Valens und Macedonius, die verdächtig waren, abgesendet hätten. Und das wies er nicht nur in seinen Reden, sondern auch aus dem Briefe Alexanders, des ehemaligen Bischofs von Thessalonich, nach. Er zeigte nämlich seinen Brief vor, den er an Dionysius, den Comes auf der Synode, geschrieben hatte, und in dem er kund gibt, daß gegen Athanasius offenbar Intriguen gespielt worden seien.1 Auch wies er einen ächten ganz von der Hand des Anklägers Ischyras geschriebenen Brief vor, in dem er den allmächtigen Gott zum Zeugen anrief und behauptete, es sei weder ein Kelch zerbrochen noch ein Tisch umgestürzt worden, sondern er sei von Einigen angestiftet worden, diese Anklage zu erdichten. Auch Priester, die von der Mareotis gekommen waren, versicherten, daß weder Ischyras ein Priester der katholischen Kirche sei noch Makarius so Etwas verbrochen habe, wie Jener ihn beschuldigte. Die Priester und Diakonen aber, die hieher kamen, bezeugten nicht Weniges, sondern Vieles zu Gunsten des Bischofs Athanasius und versicherten, daß Nichts von dem wahr sei, was gegen ihn vorgebracht werde, und daß gegen ihn intriguirt worden sei. Und alle Bischöfe Ägyptens und Libyens versicherten in ihrem Schreiben, daß sowohl seine Weihe gesetzlich und kirchlich vor sich gegangen als auch Alles, was ihr gegen ihn ausgesagt habt, erlogen sei. Denn es sei weder ein Mord geschehen, noch sei seinetwegen [S. 89] Jemand getödtet noch ein Kelch zerbrochen worden, sondern Alles sei erlogen. Und aus dem in der Mareotis einseitig gesammelten Beweismaterial zeigte der Bischof Athanasius, daß ein Katechumen auf gestellte Frage gesagt habe, er sei drinnen bei Ischyras gewesen, als Makarius, der Priester des Athanasius, nach ihrer Angabe sich am Orte befand, ebenso, daß von Andern, die verhört wurden, der Eine ausgesagt hätte, daß Ischyras in einer kleinen Kammer, ein Anderer, daß er neben der Thüre lag und damals krank war, als nach ihrer Angabe Makarius dorthin kam. Aus dem, was er sagte, machen natürlich auch wir uns unsere Gedanken: Wie konnte der, welcher krank an der Thüre lag, aufrecht stehen und den Gottesdienst feiern und opfern? Oder wie konnte die Opferung stattfinden, wenn die Katechumenen drinnen waren? Denn waren die Katechumenen drinnen, so war noch nicht die Zeit der Opferung. Das sagte, wie gesagt, der Bischof Athanasius und wies aus dem Beweismaterial unter Beistimmung seiner Begleiter nach, daß er weder überhaupt jemals Priester in der katholischen Kirche gewesen noch als Priester jemals bei einer Versammlung in der Kirche erschienen sei. Denn nicht einmal, so behaupteten sie, als Alexander gemäß der Milde der großen Synode die Anhänger des melitianischen Schismas wieder aufnahm, sei er von Melitius unter den Seinigen genannt worden, woraus ganz deutlich hervorgeht, daß er auch zu den Priestern des Melitius nicht gehöre. Denn wenn er dazu gehörte, so müßte auch er unter ihnen aufgezählt werden. Ausserdem wurde auch in andern Dingen dem Ischyras von Athanasius aus dem Beweismaterial seine Lügenhaftigkeit bewiesen. Denn da er ihn angeklagt hatte, als seien zur Zeit, da nach ihrer Angabe Makarius erschien, Bücher verbrannt worden, wurde er von den von ihm selbst vorgeführten Zeugen als Lügner überführt.

1: Sieh unten K. 80.

 

 

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Einleitende Notizen: Schutzschrift gegen die Arianer
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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger