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Athanasius (295-373) - Des hl. Athanasius Schutzschrift gegen die Arianer (Apologia contra Arianos [seu Apologia secunda])

27.

Daß wir aber unsere Mitbischöfe Athanasius und Marcellus nicht leichtsinnig und in ungerechter Weise in unsere Gemeinschaft aufgenommen haben, glauben wir, [S. 87] obschon das bereits Gesagte genügen würde, noch in Kürze nachweisen zu sollen. Es schrieben zuerst die Eusebianer gegen Athanasius mit seinem Anhang. Jetzt aber habt auch ihr geschrieben, und es haben sehr viele Bischöfe aus Ägypten und den übrigen Eparchien für Athanasius geschrieben. Erstens nun sind euere Schreiben gegen ihn mit sich selbst in Widerspruch, und das zweite stimmt mit dem ersten nicht überein, vielmehr wird in vielen Dingen das erste vom zweiten aufgehoben, und das zweite vom ersten angeklagt. Wenn aber die Briefe nicht übereinstimmen, so verdient deren Inhalt keinen Glauben. Ferner, wenn ihr wollt, daß man glaube, was ihr schreibt, so muß man auch denen, die für ihn geschrieben haben, den Glauben nicht verweigern, zumal ihr in der Ferne seid, Jene aber auf dem Schauplatz sind und den Mann kennen und über die dortigen Ereignisse schreiben, indem sie seinem Leben Zeugniß geben und versichern, daß in Allem gegen ihn intriguirt worden sei. Auch hieß es einmal von einem Bischof Arsenius, er sei von Athanasius getödtet worden. Aber von diesem erfuhren wir, daß er lebe, ja sogar mit ihm in Freundschaft stehe. Jene Aufnahme des Beweismaterials, die in der Mareotis geschah, ist nach seiner Versicherung einseitig geschehen. Denn es sei dort weder der angeklagte Priester Makarius noch sein Bischof Athanasius selbst anwesend gewesen. Und das erkannten wir nicht bloß aus seinen Worten, sondern haben es auch aus dem Beweismaterial erkannt, das uns Martyrius und Hesychius überbrachten. Denn beim Durchlesen fanden wir, daß der Ankläger Ischyras dort war, nicht aber Makarius noch der Bischof Athanasius, ebenso, daß die Priester des Athanasius zu erscheinen wünschten, aber mit ihrer Bitte abgewiesen wurden. Es hätte aber, Geliebte, wenn man bei der Untersuchung sich um die Wahrheit gekümmert hätte, nicht bloß der Ankläger, sondern auch der Angeklagte zugegen sein sollen. Denn wie in Tyrus der angeklagte Makarius zugegen war und sein Ankläger Ischyras, und Nichts bewiesen wurde, ebenso hätte auch nach der Mareotis nicht bloß der Ankläger, sondern auch der [S. 88] Angeklagte abgehen sollen, damit er in seiner Anwesenheit entweder überführt worden wäre oder, konnte er nicht überführt werden, das Intriguennetz hätte nachweisen können. Da aber das nun nicht geschah, sondern der Ankläger mit denen, die Athanasius ablehnte, allein hinging, so erscheint die Sache verdächtig.

 

 

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Einleitende Notizen: Schutzschrift gegen die Arianer
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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger