Titel newsletter aktuell suche Titel werke start
Athanasius (295-373) - Des hl. Athanasius Schutzschrift gegen die Arianer (Apologia contra Arianos [seu Apologia secunda])

25.

Sollen nun, wie ihr schreibt, die Beschlüsse der Synoden nach dem Beispiel des Novatus und Paul von Samosata zu Recht bestehen,1 so hätte man um so mehr den Beschluß der Dreihundert nicht umstoßen, es hätte die katholische Synode von einigen Wenigen nicht entehrt werden sollen. Denn Häretiker sind die Arianer wie Diese,2 und die Beschlüsse gegen sie sind den Beschlüssen gegen Diese ähnlich. Da also Dieß gewagt worden ist, wer ist es, der die Flamme der Zwietracht angezündet hat? Denn ihr habt uns in eurem Schreiben diese That vorgeworfen. Haben also wir Zwietracht gestiftet, die wir den Schmerz mit den leidenden Brüdern theilten und in Allem nach dem kirchlichen Gesetze handelten, oder die, welche aus Zanksucht und gegen die kirchliche Vorschrift den Beschluß der Dreihundert umstießen und in Allem die Synode mißachteten? Denn es wurden nicht nur die Arianer aufgenommen, sondern es haben auch die Bischöfe die Gewohnheit angenommen, von einem Ort zu einem andern überzusiedeln.3 Wenn ihr nun die Würde der Bischöfe in Wahrheit für die gleiche und die nämliche haltet und nicht nach der Größe der Städte, wie ihr schreibt, die Bischöfe beurtheilt, so sollte der, welcher mit einer kleinen betraut worden ist, in der ihm anvertrauten ausharren und nicht mit Geringschätzung des anvertrauten Gegenstandes zu einer ihm nicht übergebenen übergehen, um die ihm von Gott anvertraute zu mißachten und eitlem Menschenruhme nachzustreben. [S. 85] Ihr hättet also, Geliebte, kommen und nicht ablehnen sollen, um die Sache zu Ende zu führen; denn das ist vernünftig. Aber vielleicht hinderte euch der festgesetzte Termin? Denn das habt ihr in euerm Schreiben bemängelt, daß wir einen zu kurzen Termin für die Synode angesetzt hätten. Aber auch das, Geliebte, ist eine Ausrede. Denn wenn Einigen, da sie auf der Reise begriffen waren, die Zeit zu kurz geworden wäre, so wäre es ein Beweis, daß eine zu kurze Zeit als Termin festgesetzt wurde. Wenn sie aber, während sie selbst nicht kommen wollten, auch die Priester4 bis zum Monat Januar zurückhielten, so verräth die Ausrede, daß sie keine Zuversicht hatten. Denn sie wären, wie gesagt, gekommen, wenn sie Zuversicht gehabt hätten, ohne sich um den weiten Weg zu kümmern oder sich vom Termin beirren zu lassen, indem sie vielmehr auf die Gerechtigkeit und Billigkeit ihrer Sache vertraut hätten. Aber vielleicht kamen sie wegen der Zeitumstände nicht? Denn das habt ihr mir wieder schriftlich mitgetheilt, wir sollten im Hinblick auf die gegenwärtigen Zustände im Orient euch nicht zumuthen, zu erscheinen. Wenn ihr aber wegen dieser Zustände nicht gekommen seid, wie ihr sagt, so hättet ihr zuerst im Hinblick auf diese Zustände keine Spaltung, noch Jammer und Thränen in den Kirchen veranlassen sollen. Nun aber haben die, welche Dieß thaten, bewiesen, daß nicht die Zeitumstände die Schuld trugen, sondern der freie Entschluß, weil sie nicht kommen wollten.

1: Die Orientalen sagten nämlich, sie hätten auch die Entscheidungen der Abendländer in Betreff dieser beiden Häretiker gelten lassen.
2: Nämlich wie Novatus und Paul von Samosata.
3: Wie das bei Eusebius von Nikomedien der Fall war. Vgl. K. 6.
4: Nämlich Elpidius und Philoxenus, die Gesandten des Papstes Julius.

 

 

Informationen
Quellenangabe
Inhaltsverzeichnis
Einleitende Notizen: Schutzschrift gegen die Arianer
Bilder Vorlage

Navigation
. . Mehr
. . 17.
. . 18.
. . 19.
. . 20.
. . 21.
. . 22.
. . 23.
. . 24.
. . 25.
. . 26.
. . 27.
. . 28.
. . 29.
. . 30.
. . 31.
. . 32.
. . 33.
. . Mehr

Titel Top Back Next
 
Kontakt: Griechische Patristik und orientalische Sprachen - Miséricorde - Av. Europe 20 - CH-1700 Fribourg
Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger