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Gregor der Grosse († 604) - Vier Bücher Dialoge (Dialogi de vita et miraculis patrum Italicorum)
Viertes Buch

III. Kapitel: Daß dreierlei Arten lebender Geister erschaffen wurden

Über die Fortexistenz der Seele nach dem Tode belehrt uns die Vernunft, wenn sie mit dem Glauben verbunden ist. Der allmächtige Gott schuf drei geistige Naturen: eine, die mit keinem Fleische bekleidet ist, [S. 188] eine zweite, die zwar mit dem Fleische bekleidet ist, aber mit dem Fleische nicht stirbt, und eine dritte, die mit dem Fleische bekleidet ist und mit dem Fleische auch stirbt. Die geistige Natur, die nicht mit dem Fleische bekleidet ist, ist die der Engel; jene, die mit dem Fleische bekleidet ist, aber mit dem Fleische nicht stirbt, ist die der Menschen; jene endlich, die mit dem Fleische bekleidet ist und mit dem Fleische auch stirbt, ist die der Haustiere und aller Tiere. Wie also der Mensch als ein Mittelwesen erschaffen wurde, so daß er niedriger steht als der Engel und höher als das Tier, so hat er auch etwas gemeinsam mit dem Höheren und etwas gemeinsam mit dem Niedrigen; er besitzt nämlich die Unsterblichkeit des Geistes wie der Engel und die Sterblichkeit des Fleisches wie das Tier, bis auch diese Sterblichkeit des Fleisches aufgeht in der Herrlichkeit der Auferstehung. So wird das Fleisch durch seine innigste Verbindung mit dem Geiste auf ewig erhalten, wie auch hinwiederum der Geist trotz seiner Verbindung mit dem Fleische für Gott erhalten bleibt. Jedoch auch bei den Verdammten hört das Fleisch nicht gänzlich auf, unter den Peinen zu existieren; denn immerwährend sterbend lebt es fort, so daß diejenigen, welche mit Geist und Fleisch gesündigt haben, immer dem Wesen nach fortleben und doch nach Fleisch und Geist ohne Ende sterben.

Petrus. Die Vernunft der Gläubigen stimmt allem bei, was du sagst. Aber, ich bitte dich, wenn du einen so großen Unterschied zwischen dem Geist der Menschen und dem der Tiere machst, wie kommt es, daß Salomo sagt: „Ich sprach in meinem Herzen von den Menschenkindern: Gott prüfet sie und zeiget ihnen, daß sie wie das Tier sind; darum kommt der Mensch um wie das Tier und ein Schicksal haben beide.”1 Den gleichen Gedanken führt er noch genauer aus, wenn er hinzufügt: „Wie der Mensch stirbt, so stirbt auch [S. 189] dieses: alle atmen auf gleiche Weise, und nichts hat der Mensch vor dem Tiere voraus.”2 Diesen Worten fügt er dann noch eine allgemeine Erklärung bei, indem er sagt: „Alles fällt der Eitelkeit anheim, und alles geht hin an einen Ort: aus Erde ist es geworden, zur Erde kehrt es wieder zurück.”3

1: Ekkle 3,18f
2: Ekkle 3,19
3: Ekkle 3,19f

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger